Denkmal/Gedenkstätte

Heidenburg

67435 Neustadt an der Weinstraße

Highlights

  • Die Heidenburg ist eine karolingische Ringwallanlage aus dem 9./10. Jahrhundert südwestlich von Gimmeldingen bei Neustadt an der Weinstraße.
  • Sie liegt auf einem Bergsporn des Nebelbergs zwischen 294 und 325 Metern Höhe und bot früher weite Ausblicke in die Rheinebene.

Tipps

  • Die Heidenburg ist eine frühmittelalterliche Fliehburg aus karolingischer Zeit, gelegen auf einem Bergsporn östlich von Neustadt an der Weinstraße.
  • Vom ehemaligen Ringwall sind heute nur noch geringe Reste sichtbar, darunter ein Erdwall und einige Mauerreste im Westen.
  • Das Gelände befindet sich direkt über dem Gimmeldinger Klettergarten, der auf einem ehemaligen Steinbruch entstand.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Heidenburg

Die Heidenburg ist eine historische Sehenswürdigkeit in Neustadt an der Weinstraße im Bundesland Rheinland-Pfalz. Gelegen auf der Waldgemarkung östlich der Stadt, thront die Anlage auf dem sogenannten Nebelberg, einem östlichen Sporn des Weinbiets am Ostrand des Pfälzerwalds. Die archäologischen Überreste der Heidenburg befinden sich in einer Höhe zwischen 294 und 325 Metern und bieten einen weiten Blick über das Tal des Mußbachs sowie in die tiefer gelegene Rheinebene. Die Stelle wird im Gelände durch den Ritterstein markiert.

Die Anlage stammt vermutlich aus dem 9. oder 10. Jahrhundert und gehört somit in die karolingische Zeit. Es wird berichtet, dass sie unter Ludwig dem Deutschen, Enkel Karls des Großen, errichtet worden sein könnte. Die Heidenburg diente als Fliehburg und bot von ihrem erhöhten Standort aus strategische Vorteile. Die ursprüngliche Befestigungsanlage bestand aus einem ovalen Ringwall mit einem Umfang von etwa 310 Metern, der sich etwa 140 Meter in West-Ost- und 50 Meter in Nord-Süd-Richtung erstreckte. Im Inneren befand sich ein Wohnturm, von dem heute nur noch Geländespuren und geringe bauliche Reste erhalten sind.

Heute sind von der Heidenburg nur noch spärliche Überreste sichtbar: ein niedriger Erdwall sowie einige Mauerreste, darunter im Westen eine Trockenmauer einer ehemaligen Torgasse mit erkennbaren Fundamentsteinen. Im Osten endete die Anlage steil ab, wo später ein Steinbruch betrieben wurde, der Teile des Ringwalls zerstörte. Nach Schließung des Steinbruchs um 1960 wurde das Gelände ab 2007 in ein Gemeinschaftsprojekt mit Naturschutz und Klettervereinen zum Klettergarten Gimmeldinger Steinbruch umgewandelt. Direkt unterhalb der Heidenburg befindet sich heute der Gimmeldinger Klettergarten.

Die Heidenburg geriet im Laufe der Zeit in Vergessenheit. Ihren Namen erhielt sie erst in der Neuzeit, als man fälschlicherweise annahm, die Kelten hätten die Anlage errichtet. Heute ist die Heidenburg als Bodendenkmal unter Denkmalschutz gestellt. Funde im Areal dürfen nur mit Genehmigung der zuständigen Behörden erfolgen, Zufallsfunde sind zu melden. Die Ruine gilt trotz ihres verfallenen Zustands als sehenswert und zieht Besucher mit Interesse an frühmittelalterlicher Geschichte und Archäologie an.

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