Kirche/Kloster

Gedenkkapelle

Hauptstraße 24/1, 78586 Deilingen

Highlights

  • Die Marienkapelle in Deilingen entstand aus dem Chor und Turm der alten Kirche, die 1971 abgebrochen wurde.
  • Besonders sehenswert ist der barocke Altar von Balthasar Zeyer aus dem Jahr 1700, restauriert 1974.
  • In der Kapelle steht die Figur der Heiligen Kummerana, eine Märtyrerin, die vom Kreuz predigte und Wunder vollbrachte.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Gedenkkapelle

Die Gedenkkapelle in Deilingen, einem Ort im Landkreis Tuttlingen in Baden-Württemberg, ist ein sakraler Ort von historischer und künstlerischer Bedeutung. Ursprünglich Teil der ehemaligen Marienkirche, wurde das Schiff der Kirche in den frühen 1970er Jahren abgebrochen. Lediglich Chor und Turm blieben erhalten und wurden im Zuge umfangreicher Renovierungsarbeiten restauriert. Heute steht die Marienkapelle direkt gegenüber der neuen Pfarrkirche und dient sowohl als Gedenkstätte als auch als Raum für Andacht.

Das Innere der Kapelle beherbergt einen barocken Altar, der um das Jahr 1700 vom Künstler Balthasar Zeyer entworfen wurde. Dieser Altar wurde später stilgerecht restauriert und zählt zu den sehenswerten künstlerischen Highlights der Kapelle. Die tägliche Öffnungszeit ermöglicht Besuchern den Zugang zur Sakralbauzeit, die sowohl für stille Betrachtung als auch für persönliches Gebet einlädt. Rechts im Inneren der Kapelle befindet sich zudem eine Figur der sogenannten Heiligen Kümmerin, auch Kumerana genannt.

Die Legende der Kumerana ist geprägt von religiösem und persönlichem Widerstand. Sie wird in der Überlieferung als Königstochter beschrieben, die sich dem Christentum verschreibt und standesgemäß zur Ehe gezwungen wird. Nachdem sie diese ablehnt, wird sie von ihrem Vater inhaftiert, gefoltert und schließlich gekreuzigt. In ihrer Not betet sie darum, entstellt zu werden, woraufhin ihr ein Bart wächst. Während ihrer Kreuzigung predigt sie drei Tage lang und bekehrt viele Menschen, darunter auch ihren Vater, der später an diesem Ort eine Kirche zu ihren Ehren errichtet. Diese Legende spiegelt sowohl den Wunsch nach Selbstbestimmung als auch den Glauben an göttliche Intervention wider.

Eine weitere Legende um die Heilige Kümmerin berichtet von einem bettelarmen Spielmann, der vor ihrem Bild betet und daraufhin von ihr mit einem goldenen Pantoffel beschenkt wird. Als er später des Diebstahls bezichtigt wird, erhält er vor seiner Hinrichtung erneut die Gelegenheit, vor dem Bild zu knien – und erneut wirft die Heilige ihm den zweiten Schuh zu, wodurch er gerettet wird. Diese Geschichten verbinden Volkskultur mit religiösem Glauben und machen die Figur der Kumerana zu einer faszinierenden Ikone regionaler Erzähltradition.

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