Johanniskirche
Highlights
- Die St.-Johannis-Kirche in Dessau wurde 1702 eingeweiht und ist ein barocker Saalbau mit klassizistischen Elementen.
- Nach Kriegszerstörung 1944 wurde sie bis 1955 vereinfacht wieder aufgebaut.
- In der Kirche befinden sich drei bedeutende Cranach-Gemälde und eine Orgel mit 48 Registern.
Eigenschaften
Über Johanniskirche
Die Johanniskirche in Dessau ist eine evangelische Kirche, die sich in der Johannisstraße der Dessauer Neustadt befindet. Zusammen mit fast dem gesamten Straßenabschnitt der Johannisstraße steht auch das Kirchengebäude unter Denkmalschutz. Ursprünglich im frühen 18. Jahrhundert erbaut, wurde die Kirche nach einem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg stark zerstört und in den folgenden Jahren bis zur Mitte der 1950er vereinfacht wiederaufgebaut. Seitdem dient sie als zentraler Ort für Festgottesdienste der Evangelischen Landeskirche Anhalts, insbesondere seit die mittelalterliche Marienkirche nicht mehr aktiv genutzt wird.
Die Architektur der Kirche entspricht einem flachen, gedeckten Saalbau mit querhausartigen Erweiterungen und einem spitzhelmigen Glockenturm im Westen. Der Baustil orientiert sich am klassizistischen Barock. Besonders bemerkenswert ist die Innenausstattung, darunter drei Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren, die aus der ehemaligen Marienkirche stammen und Szenen wie „Jesus im Garten Gethsemane“, „Das Abendmahl“ und „Die Kreuzigung“ darstellen. Diese Werke sind sowohl kunsthistorisch als auch theologisch von großer Bedeutung und ziehen regelmäßig Besucher an.
Eine weitere Besonderheit der Johanniskirche ist die Eule-Orgel im Altarraum, die im Jahr 1990 eingebaut wurde. Sie verfügt über 48 Register auf drei Manualen sowie Pedal und ist mit mechanischen Schleifladen ausgestattet. Die Orgel gilt nicht nur wegen ihrer klanglichen Qualität, sondern auch wegen ihrer authentischen Bauweise als sehenswert. Gäste loben insbesondere die echten Pfeifen und die gute Akustik des Raumes, die bei Konzerten und Andachten für eine beeindruckende Atmosphäre sorgen.
Die Kirche hat eine bewegte Geschichte durchlaufen. Nachdem sie im Zuge der Reformation zunächst für lutherische Gläubige errichtet wurde, erlebte sie im Laufe der Jahrhunderte mehrere Umbauten und Restaurationen. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie schwer beschädigt, doch bereits wenige Jahre später folgte der Wiederaufbau. Heute ist sie nicht nur ein Ort des Gottesdienstes, sondern auch ein kulturelles Zentrum, in dem Andachten, Konzerte und Führungen stattfinden – etwa zu besonderen Anlässen wie dem Heiligen Abend, wo die Christvesper traditionell wahrgenommen wird.