Kirche/Kloster

Evang.-Luth. Kirche Deutschneudorf

Bergstraße 12, 09548 Deutschneudorf

Highlights

  • Die evangelisch-lutherische Kirche Deutschneudorf wurde 1736 im barocken Stil erbaut.
  • Das Denkmalensemble mit Kirche, Pfarramt und Museum zählt zu den schönsten im Mittleren Erzgebirgskreis.
  • Die Kirche erhielt ihre heutige Farbfassung bei der Restaurierung 1960: Weiß, Grau, Blau und Gold.

Tipps

  • Die Kirche bietet einen beeindruckenden Innenraum mit barockem Flair und historischen Details wie dem Kruzifix von 1794.
  • Ein Besuch lohnt sich besonders für die Aussicht auf das Denkmalensemble und die nahegelegenen Erzgebirgsspielplätze.
  • Die Jehmlich-Orgel aus dem Jahr 1902 ist klanglich noch heute erlebbar und ergänzt den kulturellen Reiz des Ortes.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Evang.-Luth. Kirche Deutschneudorf

Die Evang.-Luth. Kirche Deutschneudorf ist ein barockes Sakralgebäude im sächsischen Deutschneudorf und zählt zu den kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten des Mittleren Erzgebirgskreises. Die Kirche entstand auf Initiative der örtlichen Gemeinde, die sich nach Gründung durch Glaubensflüchtlinge im Zuge des Dreißigjährigen Krieges formierte. Da der Weg zur nächstgelegenen Kirche in Neuhausen beschwerlich war, begannen die Dorfbewohner mit der Sammlung für einen eigenen Gottesdienstraum, dessen Grundstein in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gelegt wurde.

Der Kirchenbau erfolgte mit Unterstützung der Herrschaft Purschenstein und wurde einige Jahre später vollendet. Die Architektur folgt einem länglichen achteckigen Grundriss, die Bruchsteinmauern sind mit Korbbogenfenstern versehen. Das Dach hebt sich durch einen Dachreiter-Turm ab. Besondere Aufmerksamkeit erregt die farbliche Gestaltung der Fassade, die bei einer Restaurierung in der Mitte des 20. Jahrhunderts auf das Original von 1736 zurückgeführt wurde. In Weiß, Grau, Blau und Gold gehalten, verleiht sie dem Gebäude eine markante und harmonische Erscheinung.

Im Inneren beherbergt die Kirche unter anderem ein großes geschnitztes Kruzifix, das im späten 18. Jahrhundert von Zolleinnehmer Böhme gestiftet wurde. Die erste Orgel datiert aus der Zeit kurz nach der Kircheneinweihung, die heutige Jehmlich-Orgel aus dem frühen 20. Jahrhundert ist bis heute funktionsfähig und prägt den Klangkörper der Gottesdienste. Die Kirche ist Teil des historischen Bauensembles, zu dem auch das benachbarte Pfarramt gehört, das einige Jahrzehnte später errichtet wurde, um die Versorgung mit einem eigenen Pfarrer zu gewährleisten.

Das Pfarramt zeichnet sich durch eine regelmäßige Fassadengestaltung, ein Krüppelwalmdach sowie eine schöne Dachverschindelung aus. Ein Fachwerkgeschoss und der im Schlussstein des Türrahmens eingelassene Purschensteiner Löwe unterstreichen den architektonischen Wert des Gebäudes. In den 1990er Jahren erfolgte eine optische Aufwertung der Dachfläche durch den Austausch der Schindeln gegen Schmuckschindeln, die in A-Form zur Dachkante angeordnet wurden.

Die Evang.-Luth. Kirche Deutschneudorf wird von Besucherinnen und Besuchern als eindrucksvolle Dorfkirche wahrgenommen, die trotz schlichter Außenwirkung durch ihr Inneres überrascht. Sie ist nicht nur kultureller Anlaufpunkt, sondern auch Teil der sogenannten Glockenwanderung, einer touristischen Rundroute durch erzgebirgische Kirchen. Die Kirche steht exemplarisch für die religiöse und gesellschaftliche Entwicklung der Region und dokumentiert die Geschichte der Exulanten sowie deren Bemühungen um eine eigenständige Gemeinde.

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