Kirche/Kloster

Kapuzinerkloster

Minnefeld 36, 64807 Dieburg

Highlights

  • Das Kapuzinerkloster in Dieburg wurde 1692 neu errichtet und beherbergte eine Lateinschule sowie theologisches Studium.
  • Nach fast 362 Jahren mussten die Kapuziner 2012 das Kloster wegen fehlenden Nachwuchs schließen.
  • Seit 2018 finden in der Klosterkirche sonntags russisch-orthodoxe Gottesdienste statt.

Tipps

  • Das ehemalige Kapuzinerkloster in Dieburg ist heute Standort russisch-orthodoxer Gottesdienste, die meist sonntags um 10 Uhr stattfinden.
  • Interessante historische Informationen zum Kloster finden sich an einer Tafel am Eingang des Geländes.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Kapuzinerkloster

Das Kapuzinerkloster in Dieburg ist ein historischer Sakralbau im Landkreis Darmstadt-Dieburg in Hessen. Ursprünglich im Zuge des Westfälischen Friedens im 17. Jahrhundert gegründet, bezog der Orden später in der Vorstadt nahe der Wallfahrtskirche einen neuen Konvent, der unter anderem für Wein- und Hopfenanbau bekannt war. Im Laufe der Geschichte diente das Kloster auch als Lazarett, unter anderem während des Ersten Koalitionskriegs und der Befreiungskriege. Nach der Auflösung des Klosters im Jahr 1822 wurde das Gebäude zunächst als Gefängnis genutzt.

Etwa vier Jahrzehnte später, im Jahr 1860, erfolgte auf Einladung von Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler die erneute Ansiedlung der Kapuziner in Dieburg. Es entstand ein neuer Konvent samt Klosterkirche, die dem Heiligsten Herzen Jesu geweiht wurde. Der Neubau erfolgte auf dem Gelände des ehemaligen Wolfenstetter’schen Anwesens und wurde durch Geländeerwerb des Mainzer Domkapitulars Christoph Moufang ermöglicht. Bis 2012 beherbergte das Kloster die Provinzverwaltung der rheinisch-westfälischen Ordensprovinz und fungierte zeitweise als Zentrum für Berufungspastoral. Aufgrund fehlenden Nachwuchs verabschiedeten sich die Kapuziner 2012 mit einem Vespergottesdienst aus der Stadt – das Kloster blieb seither unbesetzt.

Seit Oktober 2018 finden in der Klosterkirche regelmäßig russisch-orthodoxe Gottesdienste statt. Die neu gegründete Gemeinde steht unter dem Patrozinium des heiligen Arzt Lukas, Bekenner-Erzbischof von Simferopol. Die Kirche verfügt über eine kleine Orgel mit sechs Registern auf mechanischen Schleifladen, vermutlich von Walcker, die auf der Ostempore aufgestellt ist. Die Gemeinde organisiert neben den Gottesdiensten auch Lehrveranstaltungen zu Grundlagen des orthodoxen Glaubens und lädt zur aktiven Mitarbeit bei der Vorbereitung und Nachbereitung der Gottesdienste ein. Die russisch-orthodoxe Gemeinde ist Teil der Berliner Diözese der Russisch-Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats.

Das Kloster gilt heute als Zeugnis der religiösen und kulturellen Geschichte Dieburgs. Die überschaubare Architektur der Kirche sowie die ruhige Atmosphäre laden zur Besinnung ein. Informationsmaterial am Eingang erläutert die wechselvolle Geschichte des Klosters, darunter auch den Zeitpunkt seiner Auflösung im Jahr 1822. Die Klosteranlage steht exemplarisch für den Wandel religiöser Institutionen im südhessischen Raum und dokumentiert die Vielschichtigkeit des christlichen Lebens in der Region.

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