Großsteingrab Drebenstedt 1
Highlights
- Das Großsteingrab Drebenstedt 1 ist das einzige erhaltene Grab von ursprünglich fünf megalithischen Anlagen der Tiefstichkeramikkultur.
- Es zählt zu den größten und besterhaltenen Großsteingräbern der Altmark und misst 47 Meter Länge bei 1,7 Meter Höhe.
- Archäologische Untersuchungen ergaben einen Arbeitsaufwand von 37.535 Personenstunden für den Bau des Grabes.
Tipps
- Das Großsteingrab liegt auf einem Feld ohne direkten Zugang – Besuche sollten den Ackerschonungszustand beachten.
- Ein Schild vor Ort bietet interessante Informationen zur Geschichte des Grabes.
- Parken ist direkt in der Nähe möglich, der Weg dorthin führt über ein Feld.
Eigenschaften
Über Großsteingrab Drebenstedt 1
Das Großsteingrab Drebenstedt 1 ist eine bedeutende archäologische Denkmalstätte im Ortsteil Bornsen des Altmarkkreises Salzwedel in Sachsen-Anhalt. Es zählt zu den wenigen erhaltenen Großsteingräbern der ehemals fünf megalithischen Anlagen, die ursprünglich bei Drebenstedt existierten. Die anderen vier Gräber wurden im 19. Jahrhundert zerstört. Heute gilt das erhaltene Grab 1 als eines der größten und am besten erhaltenen Großsteingräber der Altmark.
Die Anlage liegt etwa 950 Meter westlich der Ortsmitte von Drebenstedt, südlich der Straße nach Lindhof, auf einem Feld. Sie gehört zum Typ der Großdolmen, wobei die Hügelschüttung eine Länge von 47 Metern und eine Breite von 10 Metern aufweist. Die Höhe beträgt etwa 1,70 Meter. Die trapezförmige Umfassung ist in Nordwest-Südost-Richtung ausgerichtet und misst 43,8 Meter in der Länge sowie 6 bis 7,5 Meter in der Breite. Von den ursprünglich 58 Umfassungssteinen sind heute noch 53 erhalten. Besonders im Nordwesten, wo sich die Grabkammer befindet, sind die Steine deutlich größer. An den vier Ecken der Umfassung befanden sich sogenannte Wächtersteine, von denen einer noch vollständig erhalten ist, während die anderen drei umgekippt wurden.
Das Grab erregte bereits im 19. Jahrhundert Aufmerksamkeit durch seine imposanten Ausmaße und wurde von verschiedenen Forschern dokumentiert, darunter Rudolf Virchow. Frühe Untersuchungen durch Johann Friedrich Danneil sowie später durch Eduard Krause und Otto Schoetensack lieferten wichtige Daten zur Steinmenge und Bauweise. Auf Grundlage dieser Informationen konnten ethnografische und experimentalarchäologische Studien den Arbeitsaufwand für den Bau des Grabes auf etwa 37.535 Personenstunden schätzen. Bei zehnstündiger Arbeitszeit hätten demnach etwa 100 Personen innerhalb von 35 bis 40 Tagen das Bauwerk errichten können.
In der näheren Umgebung finden sich weitere Großsteingräber, darunter etwa 1,8 Kilometer südöstlich die Anlagen bei Bornsen sowie weitere Fundorte in der Gemeinde Jübar. Auch das Großsteingrab Molmke liegt in nicht weiterer Entfernung. Diese archäologischen Zeugnisse gehören zur jungsteinzeitlichen Tiefstichkeramikkultur und zeugen von einer ausgeprägten Grabkultur in der Region.
Das Großsteingrab Drebenstedt 1 liegt auf einer bewirtschafteten Fläche, weshalb ein direkter Zugang nicht immer gewährleistet ist. Besucher sollten den Zustand des Ackers berücksichtigen, um Flurschäden zu vermeiden. Einige Besucher berichten dennoch von lohnenswerten Abstechern, da das Denkmal direkt von der Straße aus gut zu erreichen ist und durch ein Informationsschild vor Ort ergänzt wird. Mit einem Google-Rating von 5,00 von 5 Sternen bei vier Bewertungen wird die Stätte als besonders sehenswert eingestuft.