Denkmal/Gedenkstätte

Taharahaus (Diespeck)

91456 Diespeck

Highlights

  • Das Taharahaus in Diespeck wurde 1786 gemeinsam mit der jüdischen Gemeinde in Pahres errichtet und 1862 renoviert.
  • Es ist Teil des jüdischen Friedhofs, der von 1786 bis 1938 genutzt wurde und heute von einer Sandsteinmauer umgeben ist.
  • Der Friedhof liegt etwa 1,5 Kilometer östlich von Diespeck und ist über einen Schlüssel beim Rathaus oder Friedhofsbetreuer zugänglich.

Tipps

  • Das Taharahaus ist Teil des jüdischen Friedhofs und steht unter Denkmalschutz.
  • Ein Besuch ist nur mit Schlüssel möglich, den es beim Rathaus oder Friedhofsbetreuer gibt.
  • Der Friedhof befindet sich etwa 1,5 Kilometer östlich von Diespeck an der Straße nach Dettendorf.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Taharahaus (Diespeck)

Das Taharahaus in Diespeck ist Teil des jüdischen Friedhofs, der auch unter dem Namen „Judensäcker“ bekannt ist. Gelegen im mittelfränkischen Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Bayern, befindet sich die Anlage etwa einen Kilometer östlich des Ortskerns von Diespeck, in unmittelbarer Nähe zur Straße nach Dettendorf. Das Gelände wird von einer massiven Sandsteinmauer umgeben und hat eine Fläche von rund 2100 Quadratmetern. Das Taharahaus selbst diente traditionell der rituellen Waschung der Verstorbenen vor der Beerdigung. Es wurde gemeinsam mit der Friedhofsmauer im Jahr 1786 errichtet und später 1862 renoviert. Das Gebäude ist somit ein architektonisches und kulturhistorisches Zeugnis jüdischer Traditionen in der Region.

Die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Diespeck reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück. Im Laufe des 18. Jahrhunderts wuchs die Zahl der jüdischen Familien im Ort kontinuierlich. Ursprünglich wurden die Verstorbenen auf dem jüdischen Friedhof in Ullstadt bestattet, bis 1786 ein eigenes Begräbnisgelände in Diespeck erworben wurde. Der erste erhaltene Grabstein datiert von diesem Jahr und steht südlich des Taharahauses. Im 19. Jahrhundert erreichte die jüdische Bevölkerung mit über 270 Personen ihren Höhepunkt, ehe durch Abwanderung in städtische Gebiete und den Anschluss an die jüdische Gemeinde in Neustadt an der Aisch die Zahl zurückging. Bis 1938 fanden hier noch Beerdigungen statt, danach wurde der Friedhof nicht mehr genutzt.

Ein bedeutendes Denkmal auf dem Gelände ist das Jüdische Kriegerdenkmal, das 1923 eingeweiht wurde und elf jüdische Kriegstote des Ersten Weltkriegs ehrt. Es verdeutlicht die Beteiligung der jüdischen Gemeinde am gemeinsamen Schicksal des Vaterlandes. In den 1930er Jahren kam es zu Zerstörungen und Schändungen der Grabsteine, bevor die letzte Beerdigung 1938 stattfand. Kurz darauf verließen alle jüdischen Bewohner die Region. Heute ist der Friedhof geschlossen, der Zugang erfolgt nur auf Anfrage über den Schlüssel beim Rathaus oder beim zuständigen Friedhofsbetreuer. Das Gelände bleibt ein Ort der Erinnerung und Zeugnis einer einst lebendigen religiösen Gemeinschaft.

Das Taharahaus und der Friedhof stehen als Kulturdenkmal unter Denkmalschutz und sind ein Ort der besonderen historischen Bedeutung. Sie dokumentieren die jüdische Präsenz und deren Integration sowie die schmerzvolle Unterbrechung dieser Geschichte im 20. Jahrhundert. Die Erhaltung der Grabsteine und Gebäude ist Ausdruck des Respekts gegenüber den Toten und der kulturellen Vielfalt der Region. Die Stätte ist somit ein wichtiger sakraler und kultureller Anlaufpunkt für die Auseinandersetzung mit jüdischer Geschichte in Franken.

Bewertungen

4,5 (2) 4.5 aus 2 Bewertungen (Google)

Auf Google

4,5 (2) 4.5 · 2 Bewertungen auf Google
Auf Google ansehen

In der Nähe

Wetter & Pollenflug am Standort

Wetter wird geladen…
7-Tages-Vorhersage…