Denkmal/Gedenkstätte

Steinzeitgrab Denghoog

Am Denghoog 1, 25996 Wenningstedt-Braderup (Sylt)

Highlights

  • Der Denghoog ist ein begehbares Großsteingrab nordöstlich der Kapelle Wenningstedt auf Sylt.
  • Das Ganggrab stammt aus der Trichterbecherkultur und wurde zwischen 3200 und 2800 v. Chr. errichtet.
  • Erstmals ausgegraben 1868, ist es heute das besterhaltene Ganggrab Schleswig-Holsteins.

Tipps

  • Das Großsteingrab Denghoog ist mit 3,2 Metern Höhe und einer begehbaren Kammer aus der Jungsteinzeit (3200–2800 v. Chr.) ein archäologisch bedeutendes Denkmal auf Sylt.
  • Eintritt kostet 2,50 Euro und eine informative Broschüre ist für 1 Euro erhältlich – ideal, um sich vor Ort über die Trichterbecherkultur zu informieren.
  • Der Eingang zum Grab ist eingeschränkt, daher sollte man sich vor dem Besuch vergewissern, dass die Anlage geöffnet ist.

Eigenschaften

Familie Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Steinzeitgrab Denghoog

Das Steinzeitgrab Denghoog befindet sich im Ortsteil Wenningstedt-Braderup auf der nordfriesischen Insel Sylt im Kreis Nordfriesland, Schleswig-Holstein. Es zählt zu den bedeutendsten und am besten erhaltenen Großsteingräbern Nordeuropas und ist eine der wenigen begehbaren Grabkammern dieser Epoche in Deutschland. Das Denkmal entstand während der Trichterbecherkultur und wird auf einen Zeitraum zwischen dem Mittelneolithikum Ib und V datiert. Der Name „Denghoog“ bedeutet in der sylterischen Nordfriesischen Sprache (Sölring) „Thinghügel“ und deutet möglicherweise auf eine zusätzliche Funktion als Versammlungs- oder Richtplatz hin.

Das Ganggrab liegt unter einem etwa 3,2 Meter hohen Erdhügel und ist architektonisch bemerkenswert. Die ovale Grabkammer misst etwa fünf Meter in Ost-West-Richtung und drei Meter in Nord-Süd-Richtung, mit einer Höhe von bis zu 1,9 Metern. Erratische Blöcke aus der Eiszeit, sogenannte Findlinge, bilden die tragende Struktur der Anlage. Einige der Steine wiegen bis zu 18 Tonnen. Ursprünglich führte ein sechs Meter langer, gepflasterter Gang in die Kammer, der heute für Besucher über einen oberirdischen Zugang erreichbar ist. Im Inneren der Kammer trennt eine Doppelreihe senkrecht stehender Platten einen Bereich ab, in dem ein sorgfältig verlegtes Bodenpflaster und eine Feuerstelle dokumentiert wurden.

Bei Ausgrabungen wurden verschiedene Funde geborgen, darunter Reste einer unverbrannten Leiche, ein Rinderzahn, Keramikscherben, Beile, Flach- und Hohlmeißel sowie sechs Bernsteinperlen. Diese Zeugnisse der Jungsteinzeit sind heute im Schloss Gottorf in Schleswig ausgestellt, während Kopien im Sylter Heimatmuseum in Keitum zu sehen sind. Die archäologischen Untersuchungen begannen erstmals 1868 durch den Hamburger Geologen Ferdinand Wibel. In den 1930er Jahren wurde das Grab für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Weitere wissenschaftliche Erfassungen erfolgten unter anderem 1960 durch Ernst Sprockhoff und in den 1980er Jahren durch Joachim Reichstein und Hans-Jörg Repkewitz.

Das Steinzeitgrab Denghoog ist nach der jungsteinzeitlichen Denghoog-Stufe benannt, die sich aufgrund der archäologischen Befunde hier entwickelte. Es repräsentiert nicht nur eine bedeutende architektonische Leistung der Jungsteinzeit, sondern auch einen wichtigen kulturellen und historischen Bezugspunkt der norddeutschen Megalitharchitektur. Die Erhaltung der Struktur sowie die Möglichkeit, die Grabkammer zu betreten, machen das Objekt zu einem der eindrucksvollsten Großsteingräber der Region. Die Informationsstelle vor Ort bietet ergänzende Materialien zu Geschichte und Bedeutung des Denkmals.

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