Alte Burg
Highlights
- Die Alte Burg ist eine abgegangene mittelalterliche Spornburg bei Reifenstein, zwei Kilometer südwestlich von Kleinbartloff gelegen.
- Sie wurde im 9./11. Jahrhundert auf den Resten einer frühgeschichtlichen Wallburg erbaut und war später im Besitz des Klosters Reifenstein.
- Heute sind nur noch Wälle, Gräben und der eingehegte Wald des Burghagens erhalten.
Tipps
- Gut zu Fuß sein lohnt sich für den Ausblick von der Alte Burg.
- Ideal für Wanderung oder Radtour mit Rastplatz und Schutzhütte.
- Reste der Burg sind kaum sichtbar, aber die Aussicht lohnt.
Eigenschaften
Über Alte Burg
Die Alte Burg liegt im thüringischen Landkreis Eichsfeld, unweit der Gemeinde Kleinbartloff. Sie befindet sich auf einem spornartigen Ausläufer des Dünplateaus, etwa zwei Kilometer südwestlich von Kleinbartloff. Der Geländekamm ragt steil über das Tal des Reifensteiner Klosters auf und erreicht eine maximale Höhe von 461,2 Metern über Normalhöhennull. Der markante Geländesprung wird durch Schichtstufen aus Muschelkalk in Richtung Südwesten, Westen und Nordosten geprägt. Heute trägt der Forstort den Namen „Alte Burg“ oder auch „Burghagen“, der an die ehemalige Burganlage erinnert.
Die Geschichte der Anlage reicht weit zurück. Bereits in der früheisenzeitlichen Zeit (8. bis 5. Jahrhundert v. Chr.) existierte an dieser Stelle eine Wallburg, die als Zufluchtsort und Wohnstätte diente. Funde aus dem 19. Jahrhundert, darunter Tonscherben, Waffenteile und Ringe, deuten auf eine bewohnte und verteidigte Siedlung hin, auch wenn diese heute nicht mehr auffindbar sind. Die Anlage umfasste ein Gebiet von etwa 300 mal 170 Metern und war durch Wall- und Grabenanlagen vom umliegenden Höhenrücken abgetrennt.
Im 9. bis 11. Jahrhundert wurde auf den Resten der Wallburg eine kleinere mittelalterliche Spornburg errichtet. Diese Alte Burg wurde vermutlich von einem Adligen erbaut, der in der nahegelegenen Siedlung Albolderode ansässig war. Die Burganlage gliederte sich in Vor- und Hauptburg und war durch Wälle und Gräben gesichert. Der umliegende Wald, der sogenannte Burghagen, diente als Schutzzone und ist heute noch als Forstort erhalten. Urkundlich erwähnt wird der Burghagen erstmals im Zusammenhang mit der Gründung des Klosters Reifenstein. Die Burg selbst ging jedoch vermutlich bereits vor der Klostergründung unter, wobei der genaue Zeitpunkt unklar bleibt.
Heute sind von der Alten Burg nur noch Geländespuren in Form von Wällen und Gräben erhalten. Gebäude- oder Kellerreste sind nicht mehr nachweisbar. Der Zugang zur ehemaligen Burg erfolgt über steile Wege vom Tal aus zum Bergkamm. Die Lage bietet Wanderern, Radfahrern und Mountainbikern einen attraktiven Ausflugszielpunkt mit Sitzgelegenheiten, einer Schutzhütte und einer weitläufigen Aussicht über das Umland. Die Wanderwege in die Region sind beliebt, erfordern jedoch ein gewisses Maß an Trittsicherheit.
In unmittelbarer Nähe befindet sich zudem die Kleine Alteburg, auch Burg Reifenstein genannt. Diese zweite Burganlage ist weniger erhalten und wurde erst durch Keramikfunde aus dem 12. Jahrhundert archäologisch bestätigt. Ob sie zeitgleich mit der Alten Burg existierte oder möglicherweise als Wohnsitz der Grafen von Gleichen diente, bleibt Gegenstand weiterer Forschung. Die Alte Burg bei Kleinbartloff ist somit ein Ort mit tiefen historischen Wurzeln, der sowohl archäologisches Interesse als auch Erholung für Besucher bietet.