Goldgrubengrund
Highlights
- Der Goldgrubengrund ist ein Seitental der Roten Weißeritz bei Dippoldiswalde und erstreckt sich über etwa 600 Meter.
- Der Name geht auf historische Goldsuche im Tal zurück, heute führt hier der Bahnrundwanderweg durch das Gelände.
- Im unteren Teil des Grundes finden sich Gesteine der Niederschönaer Schichten, darunter seltene Amethyste und Schwerminerale.
Tipps
- Wanderungen durch den Goldgrubengrund sind über den Bahnrundwanderweg oder Waldsteige von Seifersdorf und Malter aus möglich.
- Der Geländeabschnitt ist nicht für Fahrräder, Rollstühle oder Kinderwagen geeignet.
- Eine Schutzhütte für Wanderer befindet sich vor Ort.
Eigenschaften
Über Goldgrubengrund
Der Goldgrubengrund ist ein enges Seitental der Roten Weißeritz und liegt im sächsischen Ort Rabenau, im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Der rund 600 Meter lange Grund verbindet sich im Nordosten mit dem Seifersdorfer Grund und mündet bei einer Bahnbrücke auf die Brettmühlwiese. Benannt ist das Tal nach historischen Goldsuchaktivitäten, die hier in früheren Jahrhunderten stattfanden. Der Name wird auch auf eine Quelle im Tal, den sogenannten Goldborn, zurückgeführt. Der gleichnamige Bach, der den gesamten Talverlauf durchfließt, wurde bereits in historischen Kartenwerken erwähnt und mündet seit der Mitte des 19. Jahrhunderts in den Mühlgraben der ehemaligen Öl- und Knochenmühle, heute Elektrizitätsschauwerk Seifersdorf.
Geologisch zeigt der Goldgrubengrund interessante Besonderheiten: Im unteren Talabschnitt finden sich Ablagerungen aus grauem Gneis sowie Quarzgeröll und Gesteinsanteile der Niederschönaer Schichten. In diesen Schottern kommen vereinzelt Amethyste und Schwerminerale vor, wobei auch geringe Goldgehalte nachgewiesen wurden. Die Herkunft dieser Gesteine wird im westlichen Einzugsgebiet des ehemaligen Niederschönaer Flusses während der Kreidezeit vermutet. Diese geologischen Gegebenheiten machen den Goldgrubengrund zu einem lohnenswerten Ausflugsziel für naturinteressierte Besucher.
Der Talgrund ist überwiegend nach Rabenau gemarkt, lediglich ein kleinerer Bereich im Südosten gehört zu Seifersdorf. Der größte Teil des Geländes umfasst eine Fläche von etwa 3000 Quadratmetern. Im Jahr 1911 wurde eine 34 Meter lange Bahnbrücke errichtet, die heute Teil des Landschaftsbildes ist und eine Höhe von fast 20 Metern erreicht. Seit 1997 führt der von der ABM-Gruppe Mühlenhof-Seifersdorf angelegte Bahnrundwanderweg durch das Tal. Dieser Weg ist besonders für Wanderer geeignet, während eine Befahrung mit Fahrrädern, Rollstühlen oder Kinderwagen aufgrund der Geländebeschaffenheit nicht möglich ist. Dennoch gibt es weitere Waldwege in der Umgebung, die für alle Besucher zugänglich sind.
Ein besonderes Ereignis aus der Tierwelt des Goldgrubengrunds datiert auf das frühe 19. Jahrhundert: Am 6. März 1802 soll im Tal bei einer Treibjagd der letzte Wolf der Region erlegt worden sein. Diese geschichtsträchtige Episode unterstreicht die Bedeutung des Tales nicht nur aus geologischer, sondern auch aus natürlicher Sicht. Wanderern steht im Tal zudem eine Schutzhütte zur Verfügung, die als Rastplatz genutzt werden kann. Der Goldgrubengrund bietet somit eine Verbindung aus Natur, Geschichte und Geologie und lädt zu ruhigen Erkundungsgängen in die sächsische Berglandschaft ein.