Denkmal/Gedenkstätte

Lernort Keibelstraße

c/o Senatsverwaltung für Bildung, 10178 Bernhard-Weiß-Straße 6

Highlights

  • Der Lernort Keibelstraße in der Bernhard-Weiß-Straße 6 ist eine barrierefreie Gedenkstätte mit Führungen durch den historischen Hafttrakt (1951–1990) und Ausstellungen zur SBZ/DDR-Geschichte.
  • Kooperationen mit Leibniz-Zentrum Potsdam und FU Berlin stärken die Forschung zu weiblichen Häftlingen in Haftanstalten der DDR – ein zentrales Thema der Bildungsarbeit.
  • Seit 2008 bietet der Ort kostenlose Gruppenführungen (5–25 Personen) in D/E an und verbindet historische Aufarbeitung mit Public-History-Projekten wie dem *LaG-Magazin*.

Tipps

  • Der Besuch des Hafttraktes und der Ausstellung erfolgt ausschließlich im Rahmen einer geführten Tour, die thematische Einordnung und Kontextinformationen ermöglicht.
  • Der Lernort bietet barrierefreien Zugang über einen Fahrstuhl, sodass der Besuch auch für Personen mit eingeschränkter Mobilität möglich ist.
  • Die Führungen für Erwachsengruppen zwischen fünf und 25 Personen werden in deutscher und englischer Sprache angeboten und ermöglichen vertiefte Einblicke in die Zeitgeschichte.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Kulturdenkmal Lernort Keibelstraße Bernhard-Weiß-Straße 6

Der Lernort Keibelstraße in der Bernhard-Weiß-Straße 6 ist ein bedeutender Ort der historisch-politischen Bildung und ein zentrales Dokumentationszentrum zur Zeitgeschichte der Region. Das Gebäude beherbergte von 1951 bis 1990 eine Untersuchungshaftanstalt der Volkspolizei, die als Teil des politischen Systems der SBZ und späteren DDR fungierte. Die Anlage umfasste neun Etagen, darunter den Keller, und diente der Inhaftierung von Personen, die Verdacht auf staatsfeindliches Verhalten oder politische Abweichungen erregten. Heute bietet der Lernort Einblicke in diese düstere Epoche und setzt sich mit den Mechanismen der Überwachung und Unterdrückung auseinander.

Besucher*innen können den Hafttrakt und die begleitende Ausstellung nur im Rahmen einer Führung erkunden. Diese sind speziell für Gruppen zwischen fünf und 25 Personen konzipiert und werden in deutscher sowie englischer Sprache angeboten. Der Lernort legt besonderen Wert auf Barrierefreiheit und ist mit einem Fahrstuhl ausgestattet, um den Zugang für alle Interessierten zu gewährleisten. Die Führungen vermitteln nicht nur die strukturellen Gegebenheiten der Haftanstalt, sondern setzen sich auch mit den individuellen Schicksalen der Inhaftierten auseinander – ein zentrales Anliegen der pädagogischen Arbeit vor Ort.

Ein besonderer Fokus des Lernorts liegt auf der historischen Aufarbeitung weiblicher Haftbiografien. Während Frauen in der SBZ und DDR einen erheblichen Anteil der Gefangenen stellten, wurden ihre Erfahrungen bisher oft vernachlässigt. Der Lernort Keibelstraße widmet sich dieser Lücke und untersucht, wie sich die Haftbedingungen für Frauen von denen männlicher Häftlinge unterschieden und welche spezifischen Formen der Diskriminierung sie erlebten. Diese Perspektive wird durch Kooperationen mit dem Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam und der Freien Universität Berlin gestärkt, die wissenschaftliche und didaktische Ansätze verbinden.

Seit seiner Gründung engagiert sich der Lernort in der historisch-politischen Bildungsarbeit und hat sich als wichtige Anlaufstelle für Zeitgeschichte etabliert. Neben Führungen organisiert er Konferenzen, Workshops und Fachtage, die aktuelle Debatten und pädagogische Methoden diskutieren. Regelmäßig erscheinen im LaG-Magazin – einem zweimonatlich erscheinenden Online-Magazin – Beiträge zu historischen Themen und didaktischen Innovationen. Durch diese Formate verbindet der Lernort Forschung, Vermittlung und öffentliche Auseinandersetzung und trägt so zur Aufarbeitung der regionalen Geschichte bei.

Der Lernort Keibelstraße ist damit nicht nur ein Ort der Erinnerung, sondern auch ein lebendiger Diskursraum, der die Vergangenheit kritisch reflektiert und den Besuchern ein tieferes Verständnis für die Mechanismen politischer Repression vermittelt. Durch seine Ausrichtung auf Public History und die Einbindung moderner Bildungsformate bleibt er ein zentraler Akteur im Dialog über Geschichte, Gerechtigkeit und Menschenrechte – mit besonderem Augenmerk auf die oft unsichtbaren Narrative weiblicher Haftbiografien.

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