Burg Kemnat
Highlights
- Burg Kemnat ist eine mittelalterliche Spornburg bei Kaufbeuren, erbaut um 1185.
- Heute sind nur noch der Bergfried und Teile der Ringmauer erhalten.
- Die Burg war Sitz der Herren von Kemnat und später im Besitz des Stifts Kempten.
Tipps
- Parken Sie am Theater Stadel und laufen Sie den schönen Rundweg zur Burg – viel Wald, Bäche und kleine Biotope erwarten Sie.
- Die Burg ist kostenlos zugänglich und bietet einen tollen Ausblick sowie interessante historische Einblicke.
- Kombinieren Sie Ihren Besuch mit einem Abstecher ins nahegelegene Irsee für eine abwechslungsreiche Ausflugstour.
Eigenschaften
Über Burg Kemnat
Die Burg Kemnat liegt auf einem Hügel im Ortsteil Großkemnat der Stadt Kaufbeuren im Bundesland Baden-Württemberg. Die mittelalterliche Spornburg, erstmals um das Jahr 1185 erwähnt, war einst Sitz der Herren von Kemnat und zählt heute zu den bedeutenden historischen Sehenswürdigkeiten der Region. Heute sind vom einstigen Bauwerk hauptsächlich der Bergfried sowie Teile der ursprünglichen Ringmauer erhalten. Der Bergfried, fälschlicherweise auch „Römerturm“ genannt, ragt über das Burghügellandschaft hinaus und dient seit einer Sanierung in den 1980er Jahren auch als Aussichtspunkt.
Die Anlage wurde einst von Volkmar und Markward von Apfeltrang errichtet, die als Dienstleute der Grafen von Ronsberg fungierten. Im Laufe der Zeit etablierte sich die Familie als eigenständiger Adelsgeschlecht mit eigener Herrschaft. Besonders hervorragend in der Geschichte der Burg war Volkmar II. von Kemnat, der als Reichsministeriale und enger Vertrauter von König Konrad IV. galt. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Burg zu einem Zentrum hochmittelalterlicher Kultur, verbunden mit kirchlichen und künstlerischen Aktivitäten. Später gelangte die Burg durch Erbfolge an verschiedene Adelsgeschlechter, ehe sie im 16. Jahrhundert an das Stift Kempten überging.
Im Zuge der Säkularisation wurde die Burg 1804 an einen Privatmann verkauft, woraufhin die meisten Gebäude abgetragen wurden. Lediglich der Bergfried, das Amtshaus und die Burgschänke blieben erhalten. Der Historische Verein Schwaben kaufte 1838 den Bergfried und ließ ihn restaurieren. Weitere Instandsetzungen folgten im Laufe der Jahrzehnte. Seit 1984 steht der Turm im Eigentum der Stadt Kaufbeuren, die auch weitere Sanierungsarbeiten durchführte. 1985 wurde das 800-jährige Jubiläum der Burg begangen. Ein eigens gegründeter Burgverein unterstützt heute gemeinsam mit der Stadt den Erhalt der Anlage. Im Jahr 2023 wurde der Bergfried durch ein Feuer in Mitleidenschaft gezogen, was umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen erforderlich machte.
Die Burg Kemnat ist typologisch als Zungenburg anzusehen und liegt auf einem nach Osten vorspringenden Sporn. Das Plateau der Kernburg wird durch einen tiefen Halsgraben vom umliegenden Gelände abgetrennt. Teile der ursprünglichen Ringmauer sind im Nordwesten und Südwesten noch vorhanden und bilden heute die Außenwände des Amtshauses sowie der ehemaligen Burgschänke. Im Burghof befindet sich ein etwa 26 Meter tiefer Brunnen, der östlich des Bergfrieds liegt. Die ehemalige Vorburg entspricht heute dem Dorfkern von Großkemnat, wobei hier nur noch vereinzelte Mauerreste an die burgnahe Geschichte erinnern. Eine Gedenktafel am Haus Nr. 24 verweist auf den ehemaligen Bauhof der Burg.