Kirche/Kloster

Sankt Dominikus, Kaufbeuren

Augsburger Str., 87600 Kaufbeuren

Highlights

  • Die Kapelle von Sankt Dominikus in Kaufbeuren stammt aus dem Jahr 1182 und diente ursprünglich der Aussätzigenpflege durch Dominikaner.
  • Barockisierung (1709–1749) inkl. Turmaufstockung und Sakristeianbau prägte das heutige Erscheinungsbild der denkmalgeschützten Kirche.
  • Seit 1324 als Siechenkirche genutzt, ist sie das älteste ökumeneorientierte Bauwerk Kaufbeurens und wird seit 1709 überkonfessionell betrieben.

Tipps

  • Die Kirche Sankt Dominikus zeigt barocke Architektur aus dem 18. Jahrhundert mit erhöhter Turmstruktur und einer original erhaltenen Sakristei aus der gleichen Epoche.
  • Auf der Empore befindet sich ein historisches Harmonium, das im 20. Jahrhundert von amerikanischen Spendern gestiftet und seitdem als kulturelles Erbe genutzt wird.
  • Die Dominkus- und Blatternhausstiftung aus dem Jahr 1182 wird heute überkonfessionell verwaltet und dient als historisches Beispiel für interreligiöse Zusammenarbeit in Kaufbeuren.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Kultur & Sakrales in Sankt Dominikus, Kaufbeuren

Die Kirche Sankt Dominikus in Kaufbeuren ist ein historisches Kleinod mit einer bewegten Vergangenheit und einer einzigartigen Bedeutung für die Stadt. Ihre Ursprünge reichen bis ins Jahr 1182 zurück, als hier eine erste Kapelle entstand – vermutlich als Teil eines Siechenhauses, das Aussätzige und Kranke versorgte. Die Verbindung zur Dominikanerorden entstand später, als die Mönche im 13. Jahrhundert die Pflege der Aussätzigen übernahmen und ein kleines Kloster mit einer einfachen Kapelle errichteten.

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich die Kirche zu einem Symbol der interkonfessionellen Verständigung. Bereits seit dem 17. Jahrhundert wurde sie überkonfessionell genutzt, was sie zu einem frühen Beispiel für ökumenische Begegnung in Kaufbeuren machte. Die barocke Umgestaltung zwischen 1709 und 1749 prägte das heutige Erscheinungsbild: Der Turm wurde erhöht, eine Sakristei angebaut, und die Kirche erhielt ihre heutige Gestalt. Diese Phase markierte auch den Beginn ihrer Nutzung als zentraler Ort für die Dominkus- und Blatternhausstiftung, die bis heute von der Stadt verwaltet wird.

Die Kirche überstand zahlreiche Umbrüche – etwa die geplante Abriss im 19. Jahrhundert, der glücklicherweise verhindert wurde. 1920/21 erfolgte eine Restaurierung, bei der sie 1923 mit neuen Deckengemälden von Florian Bosch (einem Vertreter der Münchner Secession) ausgestattet wurde. Ein besonderes Stück ihrer Geschichte ist das historische Harmonium, das amerikanische Soldaten der Kirche als Geschenk überließen und das sich bis heute auf der Empore befindet. Diese Spende unterstreicht die internationale Verbundenheit des Ortes.

Heute ist Sankt Dominikus nicht nur ein denkmalgeschütztes Juwel, sondern auch ein lebendiger Ort der Begegnung. Die 1995 gegründete St.-Dominikus-Stiftung setzt sich für die Erhaltung und Pflege der Kirche ein und sorgt dafür, dass ihre Geschichte lebendig bleibt. Als ältestes steinernes Zeugnis der Ökumene in Kaufbeuren und möglicherweise darüber hinaus bleibt sie ein Ort der Versöhnung und des gemeinsamen Glaubens – fernab konfessioneller Grenzen.

Die Kirche ist damit mehr als ein Sakralbau – sie ist ein Stück Stadtgeschichte, ein Ort der Reflexion und ein Brückenbauer zwischen den Religionen.

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