Galerie

Stadtstadel

Illerstraße 15, 87437 Kempten (Allgäu)

Highlights

  • Der Stadtstadel in Kempten beherbergt seit 2021 zeitgenössische Kunst in einem 16. Jh.-Pilgerhaus mit Renaissancemalereien und gotischem Dachstuhl.
  • Aktuell zeigt Anastasiya Nesterova in Druckgrafik und Malerei den Mensch in der Landschaft – eine Retrospektive ihres Werkes über zwei Jahrzehnte.
  • Gerold Jäggle präsentierte keltische Bronzegüsse (ab 2021) mit farbigen Unikaten, inspiriert von Bronzezeit-Techniken und barocker Tradition.

Tipps

  • Der barrierefreie Zugang über die Illerstraße ermöglicht einen ungehinderten Besuch des historischen Gebäudes mit seinen Renaissancemalereien und gotischen Dachstühlen.
  • Die Skulpturen von Thomas Lucker und Frank Teufel laden durch ihre materialintensive Bearbeitung und räumliche Tiefe zum längeren Verweilen und erneuten Betrachten ein.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Kultur & Galerie in Stadtstadel Kempten (Allgäu)

Der Stadtstadel in Kempten (Allgäu) ist ein faszinierender Ort für Kunstliebhaber und Kulturinteressierte, der sich als moderne Galerie in einem historischen Gebäude präsentiert. Das Gebäude an der Illerstraße zählt zu den ältesten der ehemaligen Reichsstadt Kempten und wurde ursprünglich als Pilger- und Versorgungshaus für Reisende und Bedürftige vom Fürstabt errichtet. Besonders prägend sind die erhaltenen Renaissancemalereien sowie der gotische Dachstuhl, die das Haus zu einem architektonischen Juwel machen. Nach einer liebevollen Sanierung im 21. Jahrhundert wurde der Stadtstadel 2021 zum Raum für zeitgenössische Kunst und Kultur.

Aktuell begeistert die Ausstellung „Der Mensch in der Landschaft – unsichtbar und omnipräsent“ von Anastasiya Nesterova die Besucher. Die Künstlerin zeigt in ihrer langjährigen Werkreihe Druckgrafiken und Malereien, die den Menschen als zentralen, aber oft unsichtbaren Akteur in der Natur darstellen. Ihre Werke reichen von zarten Holzdrucken bis zu großflächigen Ölmalereien und spiegeln eine Vielfalt an Stilen und Techniken wider. Die Ausstellung lädt ein, die Grenzen zwischen Natur und menschlichem Einfluss zu reflektieren und die Präsenz des Menschen in scheinbar unberührten Landschaften zu erkennen.

Der Stadtstadel hat sich bereits durch zahlreiche bedeutende Ausstellungen einen Namen gemacht. So begeisterte etwa die Skulpturenausstellung „Wendepunkte – Licht und Stein“ von Thomas Lucker mit ihren emotionalen Figuren, die Besucher durch ihre tiefe Ausdruckskraft nachhaltig prägten. Auch Frank Teufels Werke in „In die Leichtigkeit geführt“ faszinierten durch ihre scheinbar schwebenden Skulpturen, die je nach Perspektive zwischen zweidimensionaler Fläche und dreidimensionaler Tiefe oszillieren. Diese Vielfalt an künstlerischen Ansätzen macht den Stadtstadel zu einem lebendigen Forum für moderne Kunst.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Verbindung von Geschichte und Gegenwart. Gerold Jäggle etwa verbindet in seinen Ausstellungen wie „Keltische Güsse“ archaische Motive mit moderner Bronzeguss-Technik und entführt die Betrachter in die Sagenwelt der keltischen Vergangenheit. Seine barocken Köpfe, inspiriert von oberschwäbischen Vorbildern, setzen sich ironisch mit dem kulturellen Erbe auseinander und zeigen, wie Kunst Tradition neu interpretiert. Auch die Plastik „Studie zMvB“ an der Freitreppe Kemptens war Teil einer öffentlichen Präsentation, die die Stadt mit zeitgenössischer Kunst bereichert.

Der Stadtstadel ist damit nicht nur ein Ort für Ausstellungen, sondern auch für Begegnungen mit Kunstwerken, die zum Verweilen einladen. Ob durch die harmonischen Skulpturen von Horst Heilmann, die abstrakten Bildobjekte von Frank Teufel oder die poetischen Annäherungen von Anja Nürnberg – jede Ausstellung bietet eine einzigartige Perspektive auf die Bandbreite zeitgenössischer Schaffenskunst. Mit seiner historischen Kulisse und dem Engagement für moderne Kunst wird der Stadtstadel zu einem unverzichtbaren Kulturpunkt in Kempten.

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