Denkmal/Gedenkstätte

Tótvázsony Platz

Johann-Peter-Hebel-Straße 1, 75335 Dobel

Highlights

  • Tótvázsony Platz (Dobel) ist ein kulturelles Denkmal mit historischer Bedeutung als ehemalige Rodungsinsel auf einem Gebirgskamm.
  • Gegründet von den Herren von Straubenhardt, liegt der Ort zwischen Enz- und Albtal, umgeben von etwa 86% Buchenwäldern der Gemeindemarkung.

Tipps

  • Der Tótvázsony Platz bietet Einblicke in die historische Rodungsinsel mit archäologischen Spuren der Gründung durch die Herren von Straubenhardt.
  • Die Lage auf dem Gebirgskamm zwischen Enz- und Albtal ermöglicht Wanderungen durch die umgebenden Buchenwälder mit Blick auf die Täler.
  • Die historische Entwicklung vom Bauern- zum Waldarbeiterdorf spiegelt sich in den erhaltenen Gebäuden und der Landschaft wider.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Kulturdenkmal Tótvázsony Platz in Dobel entdecken

Der Tótvázsony Platz in Dobel ist ein historisch bedeutsamer Ort, der tief in der regionalen Vergangenheit verwurzelt ist. Eingebettet in die waldreichen Hügel des Schwarzwalds, liegt Dobel als ehemalige Rodungsinsel auf einem Gebirgskamm zwischen dem Enz- und Albtal, oberhalb von Bad Herrenalb. Die Besiedlung des Ortes geht auf die Herren von Straubenhardt zurück, die hier im Mittelalter eine Siedlung gründeten. Der Name „Tótvázsony“ verweist auf eine ungarische (tótische) Vergangenheit, die sich in der Ortsgeschichte widerspiegelt – möglicherweise durch frühere Siedler oder kulturellen Einfluss.

Als kulturelles Denkmal verkörpert der Platz die historische Entwicklung des Dorfes, das im 16. Jahrhundert eine eigene Pfarrei erhielt und die umliegenden Orte wie Neusatz und Rotensol mitversorgte. Doch die Geschichte Dobels war von Krisen geprägt: Im 17. Jahrhundert erlebte der Ort schwere Plünderungen durch fremde Söldner, die die Bevölkerung dezimierten. Nach dem Dreißigjährigen Krieg sank die Einwohnerzahl von rund 130 auf nur noch 15 – ein Zeichen für die verheerenden Folgen des Krieges. Dennoch blieb der Ort ein Zentrum des ländlichen Lebens, das sich im Laufe der Jahrhunderte von einem reinen Bauerndorf zu einem Waldarbeiterdorf wandelte.

Die Verbindung zu den umliegenden Wäldern prägte das Leben der Bewohner über Jahrhunderte. Die dichten Buchenwälder, die heute etwa 86 % der Gemeindemarkung bedecken, lieferten nicht nur Rohstoffe, sondern bestimmten auch den Alltag. Besonders die Hungersnöte im frühen 19. Jahrhundert, ausgelöst durch Missernten, zwangen viele Einwohner zur Auswanderung – viele von ihnen fanden in Nordamerika ein neues Zuhause. Der Tótvázsony Platz steht somit als stummer Zeuge dieser Wandlungen, die Dobel von einer abgelegenen Rodungsinsel zu einem Ort mit kultureller Tiefe und historischer Identität gemacht haben.

Heute ist der Platz ein Ort der Erinnerung, der die historische Kontinuität des Dorfes widerspiegelt. Als kulturelles Denkmal verbindet er die Spuren vergangener Epochen mit der lebendigen Gegenwart – ein Stück Schwarzwaldgeschichte, das sich in der Landschaft und den Geschichten der Region niederschlägt. Wer die Ruhe der umliegenden Wälder und die stille Weite des Tals genießt, spürt die Verbindung zu den Menschen, die hier einst lebten und arbeiteten.

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