Parks & Gärten

Altes Schleifer Teichgelände

02959 Trebendorf

Highlights

  • Das Altes Schleifer Teichgelände in Trebendorf ist seit 1981 Naturschutzgebiet und trägt die NSG-Kennung D 85.
  • Seit 2002 ist es auch FFH-Gebiet (DE-4453-301) und Teil des Natura-2000-Netzes mit artenreicher Flora und Fauna.

Tipps

  • Das Gelände ist gut zu Fuß zu erkunden – ideal für Naturbeobachtungen und Spaziergänge entlang der Struga.
  • Auf alten Teichen lohnt sich der Blick auf die Feuchtwiesen – dort leben seltene Pflanzen und Tiere.
  • Ein Besuch lohnt sich besonders im Frühjahr, wenn die Laubwälder blühen und die Vögel aktiv sind.

Eigenschaften

Outdoor Familie Entspannt Bildung Ganzjährig

Über Altes Schleifer Teichgelände

Das Altes Schleifer Teichgelände liegt im Ortsteil Trebendorf des Landkreises Görlitz in Sachsen und zählt zu den bedeutenden Naturschutzgebieten der Region. Es erstreckt sich zwischen den Orten Schleife und Trebendorf am Fuße der Trebendorfer Hochfläche und wird vom Fließgewässer Struga durchflossen. Seit 1981 steht das Areal unter Naturschutz und trägt die NSG-Kennung D 85. Ab 2002 wurde es zusätzlich in das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000 aufgenommen und erhielt die FFH-Gebietskennung DE-4453-301. Obwohl sich die Flächen der beiden Schutzgebiete teilweise unterscheiden, decken sie sich im Kernbereich weitgehend.

Das Gelände ist landschaftlich vielfältig geprägt durch Mischwälder, Feuchtwiesen und ehemalige Teichanlagen, darunter der Großteich und der kleine Teich, auch Studźonkteich genannt. Diese Gewässer wurden historisch zur Fischzucht genutzt. Die Flurnamen der Region zeugen von einer langen Kultur- und Nutzungslandschaft, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht. Waldflächen dienten unter anderem der Bienenzucht und Holznutzung, während gerodete Flächen landwirtschaftlich bewirtschaftet wurden. Literarische Spuren hinterließ der Schriftsteller Johann Hano-Hantscho, dessen Sagen und Erzählungen häufig im Großteichgebiet angesiedelt sind. Auch der sorbische Ortsname Schleife – abgeleitet von „Slepo“ – verweist auf die besondere Beschaffenheit des Geländes, das durch feuchte Böden charakterisiert ist.

Die landschaftliche und ökologische Entwicklung des Gebiets wurde im 20. Jahrhundert durch verschiedene Nutzungsformen beeinflusst. Ab 1867 spielte der Kohlebergbau eine Rolle, später prägte der Tagebau Trebendorfer Felder sowie ab 1969 der Tagebau Nochten das Landschaftsbild. Durch intensive Landwirtschaft und Melioration war die ökologische Qualität bis 1989 stark beeinträchtigt. Die Struga, die durch das Gebiet fließt, war damals stark belastet. Seit der Aufnahme unter Naturschutz hat sich die ökologische Situation deutlich verbessert. Ein Naturlehrpfad wurde 2006 eingerichtet, um die Besonderheiten der Landschaft zu vermitteln.

Die Flora des Naturschutzgebiets ist artenreich und beinhaltet unter anderem seltene Pflanzenarten wie Blaue Akelei, Froschlöffel, Sumpfschwertlilie, Kuckuckslichtnelke, Glockenheide und verschiedene Orchideenarten. Zu den bedeutenden Lebensräumen zählen unter anderem Glockenheidefeuchtheiden, Moorbirkenwälder, Flachlandmähwiesen sowie naturnahe Wassergräben und Feuchtwiesen. Die Tierwelt ist ebenso vielfältig: Neben zahlreichen Vogelarten wie Weißstorch, Kranich, Graugans und Seeadler finden sich auch Säugetiere wie Rotwild, Damwild, Wolf und Rotmilan. Amphibien und Reptilien wie Erdkröte, Knoblauchschildkröte und Natter sind weitere Bewohner des Geländes.

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