Glasmuseum Weißwasser
Highlights
- Das Glasmuseum Weißwasser zeigt Lausitzer Glasgeschichte seit 1873 mit historischen Werkstätten, Raritäten wie Diatretglas und Designs wie ‚Kubus‘ oder ‚Oberweimar‘.
- In der ehemaligen Fabrikantenvilla (1924) präsentiert das Museum elf Glashütten aus dem 19. Jh. und Sonderausstellungen wie ‚Hitzefrei‘ oder Porzellan-Exponate aus der ‚Porzellina‘.
- Barrierearme Zugänge (rollstuhlgerechter Eingang/Parkplatz/WC) und eine Induktive Höranlage ergänzen die Dauer- und Wechselausstellungen zum Glaserbe der Oberlausitz.
Tipps
- Der barrierefreie Zugang ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität einen ungehinderten Eintritt durch den rollstuhlgerechten Eingang und Parkplatz.
- Die Dauerausstellung zeigt historische Glasherstellungstechniken sowie seltene Exponate wie Diatretglas und Jugendstil-Kreationen wie das geschützte ‚Arsall‘-Design.
- Im Foyer werden wechselnde Sonderausstellungen präsentiert, darunter historische Gläser und technische Vorrichtungen wie Kappenabsprengvorrichtungen für Hohlglas.
Eigenschaften
Kultur-Ausflug: Glasmuseum Weißwasser in Oberlausitz
Das Glasmuseum Weißwasser in der Oberlausitz ist ein faszinierendes Zeugnis der über 150-jährigen Glastradition der Region. Gehoused in der ehemaligen Fabrikantenvilla der Familie Gelsdorf, die Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut wurde, zeigt das Museum die Entwicklung Weißwassers vom bescheidenen Heidedorf zum einst größten Glasproduktionsstandort der Welt. Bereits im Jahr 1873 wurde hier der erste Glasofen in Betrieb genommen, was den Grundstein für den rasanten Aufstieg der Stadt legte: Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden elf Glashütten, die jährlich Tonnen von „weißem Gold“ – wie das Glas liebevoll genannt wurde – herstellten.
Die Dauerausstellung präsentiert eine umfangreiche Sammlung lausitzer Glaskunst aus den vergangenen Jahrzehnten. Besucher:innen entdecken historische Werkstätten und Werkzeuge zur Glasherstellung sowie seltene Exponate wie das kostbare Diatretglas oder das geschützte Jugendstilglas „Arsall“. Besonders herausragend sind Designs von Wilhelm Wagenfeld, darunter das ikonische Kühlschrankgeschirr „Kubus“ oder die zarten Kelchglas-Serien „Oberweimar“ und „Lobenstein“. Ergänzt wird die Ausstellung durch technische Gläser wie Bildröhren, deren Produktion in Weißwasser in den 1930er Jahren weltweit erstmals erfolgte. Im Erdgeschoss wird zudem die industrielle Entwicklung der Hafenöfen von der Antike bis zur Moderne nachvollziehbar.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der bewegten Geschichte der „Porzellina“, wie das Werk im Volksmund hieß. Die Sonderausstellung „Feine weiße Ware“ beleuchtet die Transformation des Betriebs – von der handgefertigten Gebrauchsware über technische Artikel bis hin zur Veredelung von angelieferter Rohware. Das Museum zeigt zudem wechselnde Sonderausstellungen im Foyer, die aktuelle Themen wie die Verbindung von Glasgestaltung und Bauhaus-Kultur aufgreifen. Durch Kooperationen mit Ausstellungen in Berlin, Bayern und Dessau wird die Bedeutung der Weißwasserer Sammlung auch überregional sichtbar gemacht.
Das Glasmuseum Weißwasser legt Wert auf barrierearme Zugänglichkeit und bietet eine induktive Höranlage, rollstuhlgerechte Sitzgelegenheiten sowie einen rollstuhlgerechten Eingang und Parkplatz. Ein virtueller Rundgang ermöglicht zudem einen ersten Blick in die Ausstellung, falls ein Besuch vor Ort nicht möglich ist. Die Eintrittspreise sind gestaffelt – Kinder unter sieben Jahren haben freien Zugang, während Gruppen ab zwei Erwachsenen mit bis zu zwei Kindern/Jugendlichen unter 17 Jahren ermäßigt zahlen können. Trotz der historischen Villa ist das Haus leider nicht vollständig barrierefrei.
Für Glasinteressierte und Geschichtsbegeisterte ist das Museum ein einzigartiger Ort, um die handwerklichen Traditionen und kreativen Innovationen der Region zu erleben. Die Verbindung von industrieller Geschichte, Design und regionalem Kulturgut macht das Glasmuseum Weißwasser zu einem unverzichtbaren Ausflugsziel in der Oberlausitz.