Denkmal/Gedenkstätte

Großsteingrab Badberger Sand

27801 Dötlingen

Highlights

  • Das Großsteingrab Badberger Sand war eine jungsteinzeitliche Grabanlage der Trichterbecherkultur bei Dötlingen.
  • Es wurde in den 1960er Jahren zerstört und trug die Sprockhoff-Nr. 946.
  • Ursprünglich bestand es aus 14 Steinen, später wurden nur noch acht Wand- und zwei Decksteine gezählt.

Tipps

  • Das Großsteingrab Badberger Sand ist heute nicht mehr erhalten, aber der Standort ist dennoch sehenswert, um die archäologische Geschichte vor Ort zu erfahren.
  • Direkt am Parkplatz befindet sich eine informative Tafel mit Details zur Rekonstruktion und Geschichte des Grabes.
  • In der Nähe liegen weitere Großsteingräber, darunter das Großsteingrab Dötlingen nur etwa 400 Meter entfernt.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Großsteingrab Badberger Sand

Das Großsteingrab Badberger Sand war eine megalithische Grabanlage der Trichterbecherkultur im niedersächsischen Dötlingen im Landkreis Oldenburg. Die archäologische Stätte lag kurz hinter dem südöstlichen Ortsrand, nördlich des Badbergswegs auf einem Feld. Es zählt zu den bedeutenden Kulturdenkmälern der Jungsteinzeit in der Region und trug die Sprockhoff-Nummer 946. Obwohl die Anlage heute nicht mehr erhalten ist, zeugt ihre Dokumentation von der ehemaligen Existenz einer imposanten Grabkammer, die einst Teil eines größeren megalithischen Friedhofs war.

In der näheren Umgebung des Badberger Sands finden sich mehrere weitere Großsteingräber, darunter das nur etwa einen Kilometer nordwestlich gelegene Großsteingrab Steenbarg sowie das direkt am Schießstand bekannte Großsteingrab Dötlingen. Weitere Gräber befinden sich in unmittelbarer Nähe, etwa die sogenannten Glaner Braut vier Kilometer westlich sowie das Großsteingrab Gerichtsstätte im Nordosten. Auch das nach Kleinenkneten verlegte Großsteingrab am Wellohsberg steht in regionaler Verbindung zur megalithischen Kulturlandschaft rund um Dötlingen.

Um das Jahr 1890 bestand die Anlage noch aus insgesamt 14 Steinen, die vermutlich zur Grabkammer gehörten. Der Archäologe Ernst Sprockhoff verzeichnete 1929 noch eine teilweise erhaltene Hügelschüttung, in der die nordwest-südöstlich ausgerichtete Kammer lag. Acht Wand- und zwei Decksteine waren damals noch zu erkennen. Allerdings standen nur wenige Steine noch in situ, darunter der nordwestliche Abschlussstein sowie drei Wandsteine der Langseiten. Aufgrund der erhaltenen Maße muss es sich bei der Anlage um einen Großdolmen oder ein Ganggrab gehandelt haben, dessen exakte Rekonstruktion jedoch nicht möglich war.

Eine Karte aus den frühen 1930er Jahren zeigt am Standort des Grabes 13 unregelmäßig verstreute Steine. Obwohl das Denkmal zeitweise unter Denkmalschutz stand, wurde es 1962 offiziell zur Beseitigung freigegeben und einige Jahre später vollständig abgetragen. Ein entscheidender Faktor für den Verlust des Großsteingrabes war der Bau eines Schießstandes, der direkt durch die archäologische Stätte verlief. Lediglich archäologische Untersuchungen vor der Zerstörung ermöglichten es, Teile der Struktur und Geschichte des Grabes zu rekonstruieren.

Heute bleibt vom Großsteingrab Badberger Sand nur noch der historische Ort bekannt. Die ehemalige Existenz der Anlage wird durch Literatur, Kartenaufnahmen und archäologische Dokumentationen belegt. Die wenigen erhaltenen Berichte und Bewertungen verdeutlichen das Interesse an der Steinzeitkultur der Region sowie die Faszination, die von den tonnenschweren Steinsetzungen ausgeht. Fragen zur Errichtung und Nutzung solcher Gräber bleiben bis heute weitgehend unbeantwortet und laden zur Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ein.

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