Denkmal/Gedenkstätte

Kreisgrabenanlage Dresden-Nickern

Altnickern 36, 01239 Dresden

Highlights

  • Die Kreisgrabenanlage Dresden-Nickern umfasst mindestens vier frühzeitliche Anlagen der bandkeramischen Kultur (5500–4500 v. Chr.).
  • Grabungen seit 1993 entdeckten Kreisgräben mit Durchmessern zwischen 50 und 140 Metern sowie Palisadenringe im Inneren.
  • Fundstücke umfassen Keramik, Stein- und Knochenwerkzeuge sowie Spuren bandkeramischer Langhäuser.

Tipps

  • Bei Besuch der Kreisgrabenanlage Dresden-Nickern empfiehlt es sich, wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk zu tragen, da das Gelände uneben und teilweise feucht sein kann.
  • Ein Besuch lohnt sich besonders bei guter Sicht, da die Anlage und ihre Strukturen dann deutlich besser erkennbar sind.
  • Führungen oder Infomaterial vor Ort können tiefere Einblicke in die archäologischen Funde und die Geschichte der Bandkeramik bieten.

Eigenschaften

Kulturell Ganzjährig

Über Kreisgrabenanlage Dresden-Nickern

Die Kreisgrabenanlage Dresden-Nickern zählt zu den bedeutenden archäologischen Fundstellen der Bandkeramik in Sachsen. Gelegen im Dresdner Stadtteil Nickern, im Stadtbezirk Prohlis, umfasst das Gelände mehrere frühzeitliche Kreisgrabenanlagen, die einer bandkeramischen Kultur zugeordnet werden. Die Entdeckung erfolgte im Zuge von archäologischen Untersuchungen vor dem Bau eines Autobahnzubringers, wobei verschiedene Grabungsfelder angelegt wurden, die Aufschluss über die Anzahl und Struktur der Anlagen gaben.

Innerhalb der Anlage konnten mehrere eigenständige Kreisgrabenanlagen nachgewiesen werden. Dazu gehören unter anderem die Fundstellen DD-02 und DD-98 mit Durchmessern von 50 beziehungsweise 80 Metern. Im Bereich NIE-07 wurden zudem zwei Segmentbögen einer doppelten Grabenanlage entdeckt, die bei einem geschlossenen Kreis einen maximalen Durchmesser von 140 Metern erreicht hätte. Die vierte Anlage, NIE-09, zeigt mit vier konzentrischen Gräben eine besonders komplexe Struktur. Ihr maximaler Durchmesser beträgt 126 Meter, der innere Bereich wird durch Palisadenringe begrenzt. Die Graben wurden innerhalb kurzer Zeiträume angelegt und mehrfach erweitert oder repariert.

Bei den Ausgrabungen wurden verschiedene Artefakte geborgen, darunter Keramikfragmente, Pfostenabdrücke typischer bandkeramischer Langhäuser sowie Werkzeuge aus Stein, Knochen und Holz. Diese Funde belegen die Nutzung der Anlage durch eine sesshafte frühneolithische Gemeinschaft. Die genaue Funktion der Kreisgrabenanlagen bleibt bislang unklar. Mögliche Verwendungszwecke reichen von einer Befestigungsanlage über einen zentralen Versammlungs- oder Handelsplatz bis hin zu kalendarischen oder religiösen Funktionen. Die Anlagen dürften etwa zwischen 4800 und 4600 vor Christus entstanden sein und stehen in einem größeren Kontext frühzeitlicher Kreisgrabenanlagen in Mitteleuropa.

Die Kreisgrabenanlage Dresden-Nickern ist durch ihre räumliche Konzentration bemerkenswert. In einem Gebiet von etwa einem Kilometer Durchmesser befinden sich vier eigenständige Anlagen, was in dieser Dichte selten ist. Besonders auffällig ist die Anlage NIE-09, da nur wenige andere Fundstellen in Europa einen vergleichbaren vierfachen Kreisring aufweisen. Ähnliche Strukturen sind beispielsweise in Kyhna bei Leipzig sowie in Cífer in der Slowakei bekannt. Die Anlage ist somit ein wichtiger Baustein zur Erforschung der Bandkeramik und der frühzeitlichen Besiedlung Mitteleuropas.

Heute wird die Stätte auch für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Paare veranstalten hier Hochzeiten, und private Feiern finden in der außergewöhnlichen Atmosphäre statt. Gäste loben die stimmungsvolle Umgebung sowie die professionelle Organisation vor Ort. Die archäologische Bedeutung der Anlage verbindet sich so mit einer modernen Nutzung, die den historischen Ort in den Fokus gesellschaftlicher Begegnungen rückt.

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