Kirche/Kloster

Blasiusberg

65599 Dornburg

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Blasiusberg

Der Blasiusberg in Dornburg im Landkreis Limburg-Weilburg ist ein historisch und landschaftlich bedeutsamer Ausflugs- und Kulturort in Hessen. Auf dem rund 390 Meter hohen Hügel thront die Blasiuskapelle, eine der ältesten Kirchen der Region. Die erste hölzerne Kapelle an dieser Stelle wurde bereits im frühen Mittelalter errichtet und war ursprünglich dem heiligen Michael geweiht. Aufgrund seiner exponierten Lage bietet der Berg eine weite Sicht ins Limburger Becken und wurde dadurch zu einem wichtigen religiösen und gerichtlichen Zentrum der Umgebung.

Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich das Patrozinium der Kapelle von Michael zu Blasius, ohne dass ein genauer Zeitpunkt dafür bekannt ist. Die erste urkundliche Er Erwähnung des Blasiuspatroziniums erfolgte im Jahr 1624. Um 1150 entstand an der Stelle eine steinerne Kirche, deren Bau und Ausstattung zunächst unter dem Schutz der Grafen von Nassau stand, bevor Graf Heinrich der Reiche sie im Jahr 1231 dem Deutschen Orden schenkte. Die Deutschordensherren blieben bis zur Reformation die Patronatsherren. Während der Reformationszeit wurden viele Ausstattungsgegenstände und spätgotische Wandmalereien entfernt. Erst im Jahr 1630 wurde nach dem katholischen Konfessionwechsel von Fürst Johann Ludwig von Nassau-Hadamar erstmals wieder eine Ostermesse gefeiert.

Im Jahr 1657 verkaufte Fürst Moritz Heinrich von Nassau-Hadamar den Berg samt Kirche und Jagdrevier an die Gemeinde Frickhofen. Mit dem Übergang der Pfarrrechte an die Martinskirche in Frickhofen verlor der Blasiusberg an Bedeutung. Im Zuge dessen geriet der Kirchenbau in die Jahre, sodass die nassauische Regierung 1816 sogar den Abriss plante. Dank des damaligen Pfarrers Johann Wilhelm Bausch, der später Bischof von Limburg wurde, wurde der Abriss jedoch verhindert. Eine umfassende Renovierung um 1840 rettete die Kapelle vor dem Verfall. Nach einem Brand im Jahr 1869 wurde sie im Stil einer romanischen Pfeilerbasilika umgebaut, wodurch sie ihre heutige Gestalt erhielt.

Die Blasiuskapelle ist heute ein beliebtes Ziel für Besucher, die Ruhe und Besinnung im historischen Ambiente suchen. Tagsüber ist die Kapelle meist geöffnet, doch sollte man sich vorher erkundigen, da sie nicht dauerhaft zugänglich ist. Ein besonderes Highlight ist der Blick hinter die Kapelle, von wo aus man einen wunderbaren Ausblick ins Limburger Becken genießen kann. Für den Weg zum Berg ist eine gewisse Trittsicherheit ratsam – wer mit dem Auto anreist, sollte auf ausreichende Bodenfreiheit achten, da der Weg über Steinbrocken führt. Alternativ kann man zu Fuß in etwa zehn Minuten den Berg besteigen. Einige hundert Meter entfernt vom Kirchlein führt ein Kreuzweg mit 14 Stationen durch den Wald und lädt zur Meditation ein.

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