Brotmanns Höhle
Highlights
- Brotmanns Höhle in Dorsten ist nach Werner Kempken benannt, der sich dort vor dem Militär versteckte.
- Der Deserteur lebte zehn Jahre lang in der Höhle und wurde später mit Hilfe der Franziskaner in die USA geschmuggelt.
- Heute erinnert die Höhle im Sandsteinbereich neben der B58 an den Auswanderer und Einsiedler aus dem 19. Jahrhundert.
Tipps
- Die ehemalige Sandsteinhöhle ist heute durch Waldwuchs und Verwitterung kleiner geworden und nur noch als eingeschüttete Grube erkennbar.
- Ein Geländer schützt das Gelände vor Mountainbikern – Wanderer sollten den begrenzten Bereich einhalten.
- Die Entstehung der Grube geht auf den Steinabbau im 19. Jahrhundert und später auf die Nutzung durch Werner Kempken zurück.
Eigenschaften
Brotmanns Höhle in Dorsten – Kulturdenkmal und Ausflugstipp
Die Brotmanns Höhle liegt im nordrhein-westfälischen Dorsten, unweit des Freudenbergs, inmitten eines wieder aufgeforsteten Gebiets namens „Im Steinbruch“. Obwohl sie im Volksmund als „Höhle“ bezeichnet wird, handelt es sich ursprünglich um eine Sandsteingrube, die durch natürliche Prozesse und späteren menschlichen Abbau entstand. Die geologische Basis bildet hier ein rund 80 Millionen Jahre alter Meersand, der während der Eiszeit durch Gletscherbewegungen freigelegt wurde. Im Laufe der Zeit wurde die Grube durch Waldmaterial und natürliche Verwitterung teilweise verschüttet, wodurch sie heute kleiner wirkt als in früheren Jahrzehnten.
Benannt ist die Stätte nach Werner Kempken, einem Deserteur, der von etwa 1865 bis 1875 in diesem Versteck lebte. Kempken, ursprünglich Bauernsohn aus dem nahegelegenen Emmelkamp, hatte den Militärdienst in Wesel nicht ertragen und bereits einmal vorzeitig verlassen. Nach seiner Flucht im Jahr 1865 verbarg er sich in der Höhle, wo er von seinem Vater mit Lebensmitteln und Werkzeug versorgt wurde. Um seine Existenz zu sichern, verrichtete er einfache Arbeiten auf umliegenden Höfen und verkaufte selbst gebastelte Besen. Für diese Dienste erhielt er meist Brot – daher rührt sein Beiname „Brotmann“. Um seine wahre Identität zu verbergen, erfand er eine tragische Lebensgeschichte, die ihn als verlassenen Wanderer ausgab.
Über zehn Jahre lebte Kempken zurückgezogen in der Höhle, stets in Angst, entdeckt zu werden. Seine Isolation endete 1875, als es ihm mit Hilfe seines Vaters und der Dorstener Franziskaner gelang, unter falschem Namen in die USA auszuwandern. Dort baute er sich ein neues Leben auf, arbeitete als Farmer und erbte schließlich eine Farm. Er blieb kinderlos und ledig und verstarb einige Jahre später. Die Höhle jedoch blieb erhalten und erinnert heute noch an sein außergewöhnliches Schicksal. Die Stelle ist inzwischen mit einem Geländer gesichert, um sie vor Zerstörung etwa durch Mountainbiker zu schützen. Wanderer sind angehalten, sich an die Wege zu halten und die historische Stätte respektvoll zu behandeln.
Die Geschichte des Brotmanns ist nicht nur eine lokale Legende, sondern spiegelt auch die harten Lebensumstände und die sozialen Spannungen des 19. Jahrhunderts wider, insbesondere im Hinblick auf Militärdienst und Desertion. Die Brotmanns Höhle ist somit nicht nur eine landschaftliche Besonderheit, sondern auch ein kulturelles Denkmal, das an die Auswirkungen von Krieg, Zwang und persönlicher Freiheit erinnert. Heute bietet sie sowohl Einblicke in die Regionalsgeschichte als auch einen ruhigen Ort für Naturerlebnis und Besinnung direkt am Rande der Bundesstraße 58.
Bewertungen
Auf Google
In der Nähe
Ausflugsziele in der Nähe
Wetter & Pollenflug am Standort
Häufige Fragen zu Brotmanns Höhle
Wo befindet sich die Brotmanns Höhle?
Quelle: website
Wer war der Brotmann und wie lebte er?
Quelle: website
Wie kam Werner Kempken zur Höhle?
Quelle: website
Was wurde aus Werner Kempken nach seiner Zeit in der Höhle?
Quelle: website