Standort ehemalige Burg "Haus Kurl"
Highlights
- Haus Kurl war ein ehemaliges Herrenhaus in Dortmund-Kurl, erbaut nach einem Brand von 1905.
- 2015 wurde der Abriss der ruinösen Gebäude und Teile des Parks durchgeführt.
Tipps
- Das Gelände ist seit 2015 abgebrochen, ein Besuch lohnt wegen des historischen Kontexts und der Nähe zur St. Johannes Baptist Kirche.
- Teile des Parks sind noch erhalten und bieten Raum für Spaziergänge, jedoch sind die Gebäude nicht mehr zugänglich.
- Aufgrund der Denkmalgeschütztheit sollte das Areal respektvoll betreten werden, da archäologisch wertvolle Funde möglich sind.
Eigenschaften
Über Standort ehemalige Burg "Haus Kurl"
Der Standort der ehemaligen Burg „Haus Kurl“ befindet sich im Stadtteil Kurl der Stadt Dortmund in Nordrhein-Westfalen. Ursprünglich als Lehen der Markgrafschaft entstanden, wurde das Anwesen im Laufe der Jahrhunderte von verschiedenen Adelsgeschlechtern bewohnt und geprägt. Bis 1915 trug es noch die Schreibweise „Courl“. Das Herrenhaus befand sich am südlichen Ende des gleichnamigen Stadtteils und erstreckte sich über ein Gelände, das sowohl von historischen Gebäuden als auch von einem landschaftlich gestalteten Park eingenommen wurde.
Das Areal erstreckte sich über eine Nord-Süd-Länge von etwa 275 Metern und eine West-Ost-Breite von rund 150 Metern, begrenzt durch die Werimboldstraße, die Kurler Straße und die Greveler Straße. Noch Ende des 19. Jahrhunderts bestand die Anlage aus einem L-förmigen Herrenhaus und einem Wirtschaftsgebäude, die damals als baukulturell unbedeutend eingestuft wurden. Nach einem Brand Anfang des 20. Jahrhunderts wurde an der Stelle ein neues zweigeschossiges Gebäude errichtet, das jedoch nach erneutem Feuerschaden und langer Leerstandzeit sukzessive in die Ruine überging.
Das Gelände wurde aufgrund seiner historischen Bedeutung und der Möglichkeit archäologisch relevanter Funde als Bodendenkmal unter der Nummer B 0014 in der Denkmalliste der Stadt Dortmund erfasst. Im Jahr 2015 erfolgte der Abbruch der verbliebenen Gebäude und Teile des ehemaligen Parks wurden gerodet. Das Gelände wird heute teilweise als Weidefläche genutzt. Südlich der Werimboldstraße befindet sich die Katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist, deren Bauzeit in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts fällt. Das Patronatsrecht für diese Kirche lag zeitweise bei den Besitzern von Haus Kurl.
Die Geschichte des Anwesens ist eng mit Adelsgeschlechtern der Region verbunden. Im 16. Jahrhundert gelangte es in den Besitz der Familie von der Recke, die es über mehrere Generationen hinweg prägte. Nach langen Erbstreitigkeiten wechselte es im 18. Jahrhundert zunächst an die Linie von der Recke auf Schloss Heessen und später an die Familie von Boeselager. Archivalien zum ehemaligen Rittergut Courl sind heute auf Schloss Höllinghofen aufbewahrt.