Kleiner Boitiner Steintanz
Eigenschaften
Über Kleiner Boitiner Steintanz
Der Kleiner Boitiner Steintanz ist eine faszinierende prähistorische Kult- und Begräbnisstätte im Landkreis Rostock in Mecklenburg-Vorpommern, unweit des Ortsteils Tarnow. Diese etwa 1,6 Meter hohe Steinanlage gehört zu den sogenannten Steinkreisen und zählt zu den bedeutendsten archäologischen Fundstellen der Region. Zusammen mit dem Großen Steintanz bildet er eine Einheit, die nicht nur durch ihre historische Relevanz, sondern auch durch die umliegende Sage geprägt ist. Der Kleine Steintanz liegt etwa 140 Meter südöstlich der größeren Anlage und besteht aus insgesamt 13 Steinen, die einen Kreis mit einem Durchmesser von etwa 13,6 Metern bilden.
Die Entstehung des Steintanzes ist bis heute nicht abschließend geklärt, doch deuten archäologische Funde aus späterer Zeit auf nachträgliche Bestattungen hin. Die genaue Funktion der Anlage bleibt rätselhaft, doch Forscher vermuten eine Verbindung zu astronomischen Beobachtungen. Besonders auffällig ist die präzise Ausrichtung der Steine, die in Verbindung mit dem Großen Steintanz einen exakten Winkel zur Nordrichtung bilden. Dieser beträgt 133° 11′ 29″ und markiert den Sonnenaufgang zur Wintersonnenwende – ein Hinweis darauf, dass die Anlage möglicherweise als uralter Steinkalender gedient haben könnte. Die 13 Steine des Kleinen Steintanzes sollen dabei die 13 Mondumläufe eines Jahres symbolisieren.
Umgeben vom Wald und nur schwer zugänglich, erfordert der Besuch des Kleinen Boitiner Steintanzes etwas Ausdauer – wer sich den Weg jedoch nimmt, wird mit einer besonderen Atmosphäre belohnt. Der Ort ist Teil eines ausgeschilderten Wanderwegs, der zu einer der ältesten erhaltenen Kultstätten in der Region führt. Die Steine stehen heute auf einer Lichtung im Wald und laden zur Besinnung und zum Nachdenken über die Vergangenheit ein. Obwohl der Standort abgelegen ist, wird er von Besuchern als „sehenswert und einen Besuch wert“ beschrieben – insbesondere für Interessierte der Regionalgeschichte und prähistorischen Kultur.
Eine alte Sage rankt sich um die Entstehung der Steinkreise: Einst feierten die Bewohner von Dreetz ein üppiges Hochzeitsfest, bei dem sie aus Übermut mit Lebensmitteln kegelten. Ein geheimnisvoller alter Mann, der als Geist galt, mahnte sie, aufzuhören – doch die Feiernden lachten ihn aus. Daraufhin verwandelte er alle Gäste in Stein – den sogenannten Großen Steintanz. Ein Schäfer jedoch, der sich nicht am Frevel beteiligt hatte, wurde gewarnt zu fliehen, ohne sich umzusehen. Doch aus Neugier bückte er sich und blickte rückwärts – auch er und seine Herde wurden in Stein verwandelt, was den Kleinen Steintanz erklärt. In der Johannisnacht soll aus einem der Löcher der Brautlade ein roter Faden erscheinen, der den Weg zu einem verborgenen Schatz weist.