Haus Borg
Highlights
- Haus Borg ist ein historisches Wasserschloss bei Rinkerode, Stadtteil von Drensteinfurt.
- Das Schloss entstand ab dem 15. Jahrhundert und wurde im 18. Jahrhundert barock umgestaltet.
- Es war Stammsitz der Herren von Rinkerode und später der Familie Kerckerinck zur Borg.
Tipps
- Haus Borg ist ein gepflegtes Wasserschloss in Privatbesitz und daher nicht betretbar, aber von außen sehenswert.
- Das Gelände um die Burg bietet ausreichend Raum für Spaziergänge und Fotografien entlang der Zufahrtswege.
- In der Nähe befindet sich das teilweise erhaltene Haus Bisping, das ebenfalls einen Blick wert ist.
Eigenschaften
Über Haus Borg
Haus Borg ist ein beeindruckendes Wasserschloss im nordrhein-westfälischen Drensteinfurt, gelegen im Kreis Soest. Die Anlage zählt zu den bedeutenden Kulturdenkmälern der Region und ist ein ehemaliger Stammsitz der Herren von Rinkerode, dessen Geschichte bis ins Mittelalter zurückreicht. Heute befindet sich das Schloss im Privatbesitz und ist nicht öffentlich zugänglich, lässt sich jedoch von außen betrachten. Die umliegenden Wege und Straßen bieten gute Gelegenheiten, die Architektur und die gepflegte Parkanlage aus der Ferne zu bewundern.
Das Schloss erstreckt sich auf drei Inseln, auf denen unterschiedliche Bauwerke der Vorburg, der Hauptburg sowie der späteren Erweiterungen in Parklandschaft verteilt sind. Die Bauten setzen sich überwiegend aus Backstein und Bruchstein zusammen und spiegeln verschiedene Epochen wider, darunter gotische und barocke Einflüsse. Der älteste erhaltene Teil des Herrenhauses entstand im späten Mittelalter, später kamen westliche Anbauten sowie ein Ostflügel hinzu. Besonders auffällig ist der barocke Pavillon am Nordosteck sowie ein Fachwerkbau aus dem späten 16. Jahrhundert, der einst ein Brauhaus beherbergte. Ein runder Eckturm aus dem frühen 17. Jahrhundert rundet das Ensemble architektonisch ab.
Die Geschichte des Hauses Borg ist eng mit verschiedenen Adelsgeschlechtern verbunden. Nach der Verbindung der Erbtochter der Herren von Rinkerode mit einem Edelherren kam das Anwesen im Mittelalter an das Geschlecht von Volmarstein. Später gelangte es in den Besitz der Familie Kerckerinck zur Borg, die es über Jahrhunderte hinweg bewohnte und prägte. Erst 1988 wurde das Anwesen an einen Privatbesitzer außerhalb der Familie verkauft. Ein letztes Familienmitglied, Josef Freiherr von Kerckerinck zur Borg, besitzt ein lebenslanges Wohnrecht im sogenannten Pictoriusbau und verbringt dort einen Teil des Jahres.
Bei archäologischen Arbeiten in den umliegenden Gräben kamen Fundamente zum Vorschein, die auf einen früheren Vorgängerbau der Vorburg sowie auf eine Brücke hinweisen. Auch ein ehemaliger Turm an der Nordostecke des Herrenhauses wurde durch Pfahlfundamente nachgewiesen. Diese Entdeckungen unterstreichen die langjährige Bedeutung des Ortes als zentrale Burganlage in der Region. Das Wappen von Haus Borg zeigt einen blau-silber gestreiften Balken, belegt mit roten Rosen, flankiert von Büffelhörnern – ein Symbol für die einstige Macht und den Reichtum der Besitzerfamilie.
Das Schloss ist ein markantes Beispiel für die profane Baukunst der Region und wird in der Fachliteratur als solches gewürdigt. Obwohl der Zugang zum Gelände nicht gestattet ist, genießt Haus Borg einen hohen Wiedererkennungswert und wird von Besucher:innen als sehenswert und gut erhalten wahrgenommen. In unmittelbarer Nähe befindet sich zudem das nur teilweise erhaltene Haus Bisping, das einen weiteren historischen Bezugspunkt in der Nachbarschaft darstellt.