Friedensbrunnen
Eigenschaften
Über Friedensbrunnen
Der Friedensbrunnen, auch bekannt als Türkenbrunnen, zählt zu den historisch bedeutendsten Brunnen der Dresdner Innere Altstadt und ist ein beeindruckendes Zeugnis der Stadtgeschichte. Er steht auf dem Jüdenhof, westlich des Neumarkts, direkt vor dem Eingang des Johanneums, in dem heute das Verkehrsmuseum Dresden untergebracht ist. Als einer der ältesten Brunnen der Stadt gilt er nicht nur als architektonisches, sondern auch als kulturhistorisches Denkmal, das verschiedene Epochen widerspiegelt.
Der Sandsteinbrunnen besticht durch sein achteckiges Becken mit einem Grundriss von 4,5 mal 4,5 Metern. Die Beckenseiten sind reich verziert mit jeweils drei achtstrahligen Rosetten, die für die kunstvolle Gestaltung des 17. Jahrhunderts stehen. Das Becken ist von einem Granitsteig umgeben, der sowohl optisch als auch funktional den Übergang zum öffentlichen Straßenraum markiert. In der Mitte des Beckens thront eine achteckige Säule mit einem viereckigen Podest. Diese Säule ist mit ovalen, leicht gewölbten Reliefs und lateinischen Inschriften verziert und wird von einer wasserspeienden Maske gekrönt. Auf dem Podest steht die Skulptur der Kriegsgöttin Bellona, die nach einem Umbau im Zuge der Türkenkriege die ursprüngliche Friedensfigur ersetzte.
Die Geschichte des Friedensbrunnens ist eng verknüpft mit den politischen und militärischen Ereignissen seiner Zeit. Ursprünglich an der Ostseite des Neumarktes errichtet, wurde er im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umpositioniert. Nach dem Dreißigjährigen Krieg erhielt er eine Statue der Friedensgöttin Eirene sowie eine entsprechende Inschrift, die den Frieden feierte. Im Anschluss an den Sieg Sachsens über die Osmanen am Kahlenberg wurde die Statue durch die Kriegsgöttin Bellona ersetzt, was dem Brunnen auch den Namen Türkenbrunnen einbrachte. Erst im Jahr 1866 wurde er an seinen heutigen Standort auf dem Jüdenhof versetzt, um Platz für das Denkmal König Friedrich August II. zu schaffen.
Im Jahr 1969 erfolgte eine umfassende Restaurierung durch den Bildhauer Egmar Ponndorf. Dabei wurde die originale Skulptur durch eine kunstvolle Kopie ersetzt, um das Bauwerk denkmalpflegerisch zu sichern und gleichzeitig seine historische Wirkung zu bewahren. Heute erinnert der Brunnen nicht nur an die friedens- und kriegsgeschichtlichen Ereignisse Sachsens, sondern lädt auch Besucher dazu ein, an diesem geschichtsträchtigen Ort zu verweilen. Seine zentrale Lage im Herzen der Dresdner Altstadt macht ihn zu einem lohnenswerten Ausflugsziel für alle, die sich für Geschichte, Architektur und den kulturellen Reichtum der Stadt interessieren.