Hentschelmühle
Highlights
- Die Hentschelmühle in Dresden-Loschwitz beherbergt seit 1991 das Leonhardi-Museum.
- Das Museum zeigt zeitgenössische Kunst und Werke von Eduard Leonhardi.
- Das Gebäude wurde 1882–1884 als Atelier und Ausstellungsort umgebaut.
Tipps
- Das Leonhardi-Museum in der ehemaligen Hentschelmühle zeigt wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst und Werke von Eduard Leonhardi.
- Im Erdgeschoss kann man im Museumsshop Bücher durchstöbern und erwerben, darunter hochwertige Ausstellungskataloge.
- Das Gebäude ist historisch geprägt und wurde ursprünglich als Atelier und Ausstellungsort für junge Künstler konzipiert.
Eigenschaften
Über Hentschelmühle
Die Hentschelmühle in Dresden, im Stadtteil Loschwitz gelegen, ist heute Sitz des Leonhardi-Museums und zählt zu den ältesten Künstlerhäusern Deutschlands. Ursprünglich im 16. Jahrhundert als Wassermühle erbaut, gehörte das Gebäude lange Zeit der Müllerfamilie Hentschel, ehe es 1879 vom Maler und Industriellen Eduard Leonhardi erworben wurde. Leonhardi plante, die marode Mühle zu einem Zentrum der Kunst zu entwickeln, und ließ sie zwischen 1882 und 1884 zum Atelier- und Ausstellungshaus umgestalten. Obwohl sein ursprünglicher Plan, eine Künstlerkolonie zu etablieren, nicht vollständig umgesetzt wurde, legte er mit der Gründung des „Landschaftsmuseums Eduard Leonhardi“ 1885 den Grundstein für die spätere Museumsnutzung.
In den folgenden Jahrzehnten wurde das Gebäude zu einem wichtigen Ort der Dresdner Kunstszene. Ab 1963 nutzten verschiedene Gruppen zeitgenössischer Künstler das Haus für nonkonforme Ausstellungen, die oft im Spannungsfeld zur offiziellen Kulturpolitik der DDR standen. Besonders in der Zeit von 1974 bis 1978 führten diese Präsentationen zu Konflikten mit den staatlichen Institutionen. Seit 1991 ist das Leonhardi-Museum eine städtische Galerie und zeigt wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. Im Obergeschoss des Hauses ist zudem eine ständige Präsentation der Werke des Museumsgründers Eduard Leonhardi zu sehen, der selbst ein bedeutender spätromantischer Landschaftsmaler war.
Das Museum befindet sich in einem reizvollen historischen Gebäude im Loschwitzgrund, das heute sowohl durch seine architektonische Eigenständigkeit als auch durch seine kulturelle Bedeutung auffällt. Im Außenbereich erinnert ein Gedenkstein an Ludwig Richter, ein wichtiges Vorbild für Leonhardi. Das ehemalige Künstlerhaus ist nicht zu verwechseln mit dem benachbarten Künstlerhaus Dresden-Loschwitz. Heute fungiert das Leonhardi-Museum nicht nur als Galerie, sondern auch als Ort für Bildung, kulturellen Austausch und sogar Neues Musikprogramm. Es ist Mitglied im KlangNetz Dresden und bietet regelmäßig Konzerte zeitgenössischer Ensembles.
Die Ausstellungen im Leonhardi-Museum wechseln in der Regel alle sechs Wochen und bieten Besucher:innen ein abwechslungsreiches Programm zeitgenössischer bildender Kunst. Dabei wird stets der Bezug zur Traditionslinie des Hauses gewahrt, die bis zu Eduard Leonhardi und darüber hinaus zurückreicht. Neben den wechselnden Schauungen gibt es auch eine dauerhafte Präsentation seiner Landschaftsbilder im sogenannten „Leonhardi-Atelier“. Mit seiner Verbindung von historischem Erbe und moderner Kunstvermittlung ist das Leonhardi-Museum ein lohnenswertes Ausflugsziel für Kulturinteressierte in Dresden.