Museum

Volkskundemuseum

Ortsstraße 24, 07338 Drognitz-Reitzengeschwenda, Deutschland

Highlights

  • Das Volkskundemuseum Reitzengeschwenda zeigt ländliche Wohnkultur, Trachten und historische Landtechnik.
  • Ein besonderes Exponat ist ein Eigenbau-Traktor aus verschiedenen Fahrzeugteilen.
  • Das Museum umfasst fünf Gebäude, darunter ein historisches Bauernhaus und eine Sägemühle.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Volkskundemuseum

Das Volkskundemuseum in Reitzengeschwenda, einem Ortsteil der Gemeinde Drognitz im thüringischen Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, ist ein facettenreiches Kulturdenkmal, das Besucher in die Lebensweise vergangener Generationen eintauchen lässt. Seit seiner Gründung im Jahr 1983 hat sich das Museum kontinuierlich weiterentwickelt und umfasst heute fünf historische Gebäude, darunter ein authentisch erhaltenes Bauernhaus aus dem 17. Jahrhundert. In liebevoll gestalteten Räumen wird die bäuerliche Wohn- und Arbeitswelt vom 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert anschaulich präsentiert – von der komplett eingerichteten Bauernstube um 1830 bis hin zur historischen Schlafstube um 1900. Die Ausstellung verdeutlicht eindrucksvoll, wie eng und gemeinsam Menschen und Tiere unter einem Dach lebten und welche handwerkliche Eigenleistung für die Selbstversorgung notwendig war.

Neben der ländlichen Wohnkultur vermittelt das Museum auch tiefere Einblicke in die Thüringer Trachten, landwirtschaftliche Geräte und Maschinen sowie regionale Naturkunde und Mineralogie. In der Scheune sind beispielsweise landwirtschaftliche Eigenbau-Traktoren und historische Geräte zu sehen, die den technischen Wandel in der Region dokumentieren. Ein besonderes Highlight ist das technische Denkmal der Sägemühle, die von 1925 bis 1970 als Betrieb aktiv war und zusätzlich bis in die 1990er Jahre als Getreideschrottmühle diente. Hier wird nicht nur die Funktionsweise der Anlage gezeigt, sondern auch der historische Kontext der umliegenden Industrie und Wassernutzung vermittelt.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die im frühen 18. Jahrhundert erbaute Dorfkirche, die mit ihren barocken Deckenmalereien, Emporen und der noch funktionstüchtigen Orgel beeindruckt. Im Kirchenvorraum findet sich zudem eine Ausstellung zum im Zuge des Stauseebaus im Jahr 1938 überfluteten Nachbarort Preßwitz. Zu besonderen Anlässen wie dem Tag des offenen Denkmals oder dem Internationalen Museumstag können zudem der Kirchenboden und der Glockenstuhl besichtigt werden. Auch ein Modell der Oberlandbahn samt Ziemestalviadukt ist Teil der Sammlung und zeigt die Bedeutung der regionalen Eisenbahnverbindung.

Das Museum ist nicht nur ein Ort der Vergangenheit, sondern auch der Begegnung und des Wissens: Engagierte Museumspädagogen wie Markus bieten nicht nur fachkundige Führungen durch die verschiedenen Ausstellungsbereiche, sondern sorgen auch für das leibliche Wohl der Besucher. Die positiven Bewertungen der Gäste unterstreichen die hohe Qualität der Präsentation – viele vergleichen die Authentizität der Bauernstube sogar mit namhaften Museen außerhalb Thüringens. Obwohl die Öffnungszeiten je nach Saison variieren und Besucher gelegentlich enttäuscht wurden, bleibt das Volkskundemuseum eine lohnenswerte Entdeckungsreise in die Kulturgeschichte der Region.

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