Prima Center Berlin
Highlights
- Seit 2003 ist das Prima Center Berlin Teil der Kolonie Wedding und prägt als freier Kunstraum die Berliner Kunstszene.
- Marija Sotirovska Bogdanovska untersucht in der Installation *poPusto-isto* die versteckten Folgen des Konsumverhaltens.
- Der Raum bietet Werkstätten für Erzähl-Experimente, Medienprojekte und organisiert Ausstellungen mit queerer und künstlerischer Perspektive.
Tipps
- Die interaktive Installation *poPusto-isto* bietet Einblicke in gesellschaftskritische Themen rund um Konsum und Nachhaltigkeit.
- Die Werkstatt für Erzähl-Experimente fördert kreative Formate, die besonders junge Besucher:innen ansprechen und partizipativ gestalten.
Eigenschaften
Kunst & Kultur im Prima Center Berlin entdecken
Das Prima Center Berlin im lebendigen Soldiner Kiez des Wedding ist ein zentraler Ort für zeitgenössische Kunst und kulturellen Austausch in Berlin. Gegründet 2003 von dem vielseitigen Künstler Jovan Balov, entwickelte es sich schnell zu einem gefragten Begegnungsraum innerhalb der Kolonie Wedding – einer Initiative, die seit einem Vierteljahrhundert die freie Kunstszene der Stadt prägt. Balov, bekannt für seine großformatigen Gemälde, Zeichnungen und Videoarbeiten, schuf hier einen Raum, der bis heute als Plattform für experimentelle Projekte und künstlerische Diskurse dient.
Das Prima Center Berlin verbindet Tradition und Innovation: Neben der Präsentation etablierter Künstler*innen fördert es auch aufstrebende Stimmen wie Marija Sotirovska Bogdanovska. Ihre interaktive Installation poPusto-isto (selbstnachlass) thematisiert in einer kritischen Auseinandersetzung die unsichtbaren sozialen und ökologischen Kosten der Konsumgesellschaft. Bogdanovskas Werk, das sich zwischen Malerei, Installation und Objekten bewegt, reflektiert dabei globale Themen wie Angst, Isolation und die Möglichkeit von Transformation. Ihre Arbeiten wurden international in Städten wie Skopje, Berlin oder Prag gezeigt, wobei sie sich als Professorin für Maltechniken und Konservierung an der Fakultät für Bildende Künste in Skopje engagiert.
Das Prima Center Berlin setzt sich aktiv für den Erhalt und die Weiterentwicklung des kulturellen Erbes ein. Der Vorstand, angeführt von Paula Balov, einer Journalistin und forschenden Künstlerin, organisiert Ausstellungen, Werkstätten und medienpädagogische Projekte. Balovs Arbeit verbindet journalistische Recherche – etwa zu queeren Archiven – mit künstlerischen Experimenten, darunter Cyborg-Ikonografie und Zeichnungen. Der Raum dient zudem als Plattform für Erzähl-Experimente und jugendliche Medienprojekte, die neue Zielgruppen in die Kunstszene einbinden. Mit einem Festakt und Sonderveranstaltungen feiert die Kolonie Wedding regelmäßig ihre Bedeutung als unabhängiger Kunstraum.
Der Soldiner Kiez, geprägt von historischen Persönlichkeiten wie dem Architekten Karl Friedrich Schinkel oder dem Künstler Urs Jaeggi, bietet einen spannenden Kontrast zu den klassischen Berliner Sehenswürdigkeiten. Das Prima Center Berlin nutzt diese Verbindung zur Geschichte, um aktuelle Debatten – etwa zur Konstruktion von Sexualität oder queerer Identität – in den Fokus zu rücken. Durch Führungen und Ausstellungen wird das Viertel als kulturelles Labor entdeckt, das jenseits der Touristenpfade eigene Geschichten erzählt. So bleibt der Ort ein lebendiger Ort des Austauschs zwischen Kunst, Gesellschaft und lokalem Erbe.