Soayschaf-Anlage
Highlights
- 1967 entstand in Bassum aus dem Petermoor der erste Natur- und Tierpark Norddeutschlands.
- Seit 1995 züchtet die Anlage Soayschafe – eine seltene, winterharte Rasse mit historischer Bedeutung.
- Das Teichgeflügelhaus (1996) nutzt Solartechnik für Fontänen und bessere Wasserqualität im Park.
Tipps
- Der Eintritt in die Soayschaf-Anlage erfolgt über den Hauptweg des Tierparks, der mit markierten Pfaden und Infotafeln zu den verschiedenen Tiergehegen führt.
- Besucher können die Soayschäfchen in einem naturnah gestalteten Gehege beobachten, das sich durch eine offene, grasbewachsene Fläche und eine rustikale Holzumzäunung auszeichnet.
Eigenschaften
Soayschaf-Anlage Bassum – Kulturdenkmal erleben
Die Soayschaf-Anlage im Bassumer Petermoor ist ein faszinierender Teil des seit Jahrzehnten bewährten Natur- und Tierparks, der 1967 als Initiative des damaligen Stadtdirektors Wilhelm Lülker entstand. Der Park entwickelte sich von einem reinen Naturerlebnisraum zu einem lebendigen Zentrum für Artenschutz, Bildung und Tierbegegnungen – besonders durch die Einführung einer Streichelzooecke 1992, die bis heute Kinder und Familien begeistert. Hier können Besucher die sanften, weiß gepunkteten Soayschafe hautnah erleben, eine seltene Schafrasse, die ursprünglich aus den Highlands Schottlands stammt und für ihre robuste Natur und historische Bedeutung bekannt ist.
Ein besonderes Highlight des Parks ist das Teichgeflügelhaus mit Solaranlage, das 1996 errichtet wurde. Die innovative Technik treibt eine Wasserfontäne an und sorgt so für eine verbesserte Wasserqualität – ein Beispiel für nachhaltigen Tierparkbetrieb. Neben den Schafen beherbergt der Park auch exotische Tiere wie das elegante Parmakänguru aus den australischen Wäldern oder die tiefschwarzen Diepholzer Gänse, die durch ihre Winterhärte und historische Zuchttradition seit dem 19. Jahrhundert beeindrucken. Besonders die Gänse sind eine norddeutsche Rarität, die einst als „Schmuck“ für Stadtgärten gezüchtet wurden und heute durch ihre Langlebigkeit – bis zu 30 Jahre – bestachen.
Der Tierpark verbindet auf einzigartige Weise Geschichte und Natur: So wird etwa die Seidenhühnerrasse, die bereits Marco Polo im 13. Jahrhundert beschrieb, hier aktiv gezüchtet. Diese „hühnerähnlichen Tiere mit katzenartigem Fell“ gelten in Asien bis heute als Heilmittel in der traditionellen Medizin. Führungen durch den Park – etwa mit dem erfahrenen Tierparkführer Alfred Rozenvalds – vertiefen das Wissen über die Tiere, ihre Lebensweisen und die Besonderheiten der Anlage. Ob Stachelschweine, Greifvögel oder seltene Nutztierrassen: Der Petermoor bietet ein lebendiges Stück Tierwelt zum Anfassen und Staunen.
Seit über fünfzig Jahren ist der Naturpark ein Ort der Erholung und des Artenschutzes, der sich kontinuierlich weiterentwickelt – von der Modernisierung der Tierhäuser bis zu besonderen Jubiläumsfeiern. Die Soayschaf-Anlage steht dabei symbolisch für die Verbindung von regionaler Tierhaltung und internationaler Artenvielfalt. Ob als Ausflugsziel für Familien oder als Lernort für Naturliebhaber: Der Petermoor zeigt, wie Tierpark und Kulturlandschaft Hand in Hand gehen.