Kirche/Kloster

Muttergotteshäuschen

Zülpicher Str. 227, 52349 Düren

Tipps

  • Das alte Muttergotteshäuschen liegt an der Zülpicher Straße auf einer Anhöhe südöstlich der Dürener Innenstadt, direkt neben dem neuen Muttergotteshäuschen.
  • Die Kapelle ist eine der wenigen erhaltenen Baudenkmäler in Düren und seit 1420 urkundlich erwähnt.
  • Bei besonderen Anlässen wie der Motorradsegnung an Christi Himmelfahrt bietet die Kapelle Raum für feierliche und persönliche Glaubensausdrucksformen.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Muttergotteshäuschen

Das alte Muttergotteshäuschen in Düren ist eine romanisch-katholische Wallfahrtskapelle, die zu den bedeutenden sakralen Kulturdenkmälern der Stadt zählt. Es liegt südöstlich der Innenstadt an der Zülpicher Straße, auf einer leichten Anhöhe, die es sichtbar in das Stadtbild einfügt. Die Kapelle gehört heute zur Pfarrei St. Lukas und ist als Baudenkmal unter der Nummer 1/37 in der Denkmalliste der Stadt Düren verzeichnet. Direkt neben dem alten Gebäude steht das neue Muttergotteshäuschen, das im Jahr 1895 errichtet wurde, um die wachsende Zahl wallfahrtender Gläubigen aufnehmen zu können.

Die Geschichte des Muttergotteshäuschens reicht weit in die Vergangenheit zurück. Erstmals urkundlich erwähnt wurde es im Jahr 1420, damals noch als Heiligenhäuschen oder Marienkapelle bezeichnet. Wahrscheinlich erbaut von den Karmeliten aus Düren, erhielt es seinen heutigen Namen im Zuge der Geldrischen Fehde im Jahr 1543. Nach einem Brand im Jahr 1543 wurde das Gebäude im Jahr 1719 erweitert und später im Jahr 1794 abgedeckt. Die heutige Form verdankt es unter anderem dem Dürener Fuhrmann Heinrich Weyermann, der es im Jahr 1822 auf eigene Kosten wieder aufbauen ließ. Die Kapelle misst 3,75 Meter mal 8,25 Meter und beherbergt unter anderem eine von Professor Wilhelm Albermann geschaffene Ölberggruppe aus Savonierstein.

Das Muttergotteshäuschen war bereits im Mittelalter ein Ort der Wallfahrt, insbesondere im Zusammenhang mit der Verehrung der Heiligen Anna. Seit 1501, als das Annahaupt nach Düren kam, entwickelte sich die Stadt zu einer bedeutenden Pilgerstätte. Die Wallfahrtszeit erstreckt sich heute von Mai bis Oktober. Während dieser Zeit wird im neuen Muttergotteshäuschen nebenan das Gnadenbild „Consolatrix Afflictorum“ (Trösterin der Betrübten) aufbewahrt, ein Gemälde aus dem Jahr 1880, das vom Künstler Adam Siepen mit dem Fuß gemalt wurde. Am Vorabend der Wallfahrt wird das Bild in einer feierlichen Prozession von der Kirche St. Josef in das neue Muttergotteshäuschen übertragen.

Mit dem alten Muttergotteshäuschen verbinden sich verschiedene Sagen, die seine Entstehung erklären. Die bekannteste erzählt von der Pest im Mittelalter: Die Bewohner Dürens versprachen, an der Stelle eine Kapelle zu errichten, wo ein Ochsenkarren, den sie aus der Stadt trieben, von selbst stehen bleiben würde. Die Tiere hielten an der heutigen Stelle der Kapelle, und so wurde das Häuschen erbaut. Diese Sage unterstreicht die tiefe Volksfrömmigkeit, die mit dem Bau und der Nutzung des Gebäudes verbunden ist.

Das alte Muttergotteshäuschen ist nicht nur ein architektonisches Zeugnis vergangener Epochen, sondern auch ein lebendiger Ort der Andacht und des Glaubens. Die jährliche Wallfahrt zieht viele Besucher an, die das Gnadenbild verehren und an besonderen Tagen, wie beispielsweise Christi Himmelfahrt, an Segnungen teilnehmen. Die Atmosphäre wird dabei von der Offenheit und dem Engagement des Pfarrers geprägt, der den Besucherinnen und Besuchern mit viel Einfühlungsvermögen begegnet. Die Kapelle steht damit im Spannungsfeld zwischen historischem Erbe und gegenwärtiger religiöser Praxis.

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