St. Martinus
Eigenschaften
Über St. Martinus
Die römisch-katholische Kirche St. Martinus befindet sich im Dürener Stadtteil Birgel und ist dem Heiligen Martin von Tours gewidmet. Errichtet zwischen 1902 und 1903 nach Entwürfen des Kölner Architekten Franz Statz, zählt sie heute zu den Baudenkmälern der Stadt Düren. Ursprünglich als Pfarrkirche konzipiert, ist St. Martinus seit der Fusion mehrerer Pfarreien im Jahr 2026 eine Nebenpfarrkirche innerhalb der Pfarrengemeinschaft St. Elisabeth von Thüringen/Düren. Die Kirche steht an der Bergstraße und ist von einer Wiese umgeben, die einen ruhigen und historisch geprägten Rahmen bildet.
Die Geschichte der Kirche reicht weiter zurück als ihre heutige Baustruktur: Bereits im 17. Jahrhundert existierte eine Burgkapelle in unmittelbarer Nähe, die später Seelsorgeaufgaben übernahm. Mit dem Wachstum der Gemeinde wurde jedoch deutlich, dass ein größeres Gotteshaus notwendig war. In den 1890er Jahren begannen Bestrebungen, eine neue Kirche zu errichten. Der Maria-Bauverein, ins Leben gerufen vom damaligen Vikar Friedrich Josef Pütz, ermöglichte durch Spenden die Finanzierung des Projekts. Nach Fertigstellung wurde die Kirche 1907 geweiht. Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Turmgeschoss schwere Schäden, weshalb es in den 1950er Jahren durch ein modernes Zeltdach ersetzt wurde.
St. Martinus ist eine dreischiffige Basilika im neuromanischen Stil, erbaut aus Grauwacke. Der Glockenturm im Westen gliedert sich in vier Geschosse und wird von einem Zeltdach gekrönt. Im Erdgeschoss befindet sich das Hauptportal, das in das Langhaus führt. Das Mittelschiff besteht aus zwei quadratischen Jochen, während die Seitenschiffe jeweils vier Jochen aufweisen. Zwischen den Schiffen verläuft ein rheinischer Stützenwechsel, der den architektonischen Charakter prägt. Im Osten schließen die Seitenschiffe gerade ab, während das Chorjoch mit einer halbrunden Apsis endet. Die Fassade ist verputzt und farbig gestaltet.
Die Innenausstattung zeugt von unterschiedlichen Epochen. Der aus Marmor gefertigte Zelebrationsaltar wurde 1962 nach Entwürfen von Willy Weyres geschaffen und geweiht. Zudem verfügt die Kirche über zwei neuromanische Seitenaltäre sowie eine Sakristei. Die Ausstattung spiegelt sowohl die ursprüngliche Bauästhetik als auch die liturgischen Reformen der Nachkriegszeit wider. Die Kirche wird heute nicht mehr regelmäßig für Gottesdienste genutzt, was in der Bevölkerung teilweise Bedauern auslöst. Gäste loben den denkmalgeschützten Charakter des Gebäudes, kritisieren jedoch den Pflegezustand und den dringenden Renovierungsbedarf.