Museum

Erinnerungsort Alter Schlachthof

Münsterstraße, 40239 Düsseldorf-Stadtbezirk 6

Highlights

  • Erinnerungsort mit denkmalsgeschützter Großviehmarkthalle (seit 1999) und Audioguide zu NS-Verbrechen vor Ort.
  • Bildungsangebote wie „Jugend erinnert“ (BKM-Programm) thematisieren NS-Geschichte für Schulen und Polizei-Ausbildung.

Tipps

  • Der rollstuhlgerechte Zugang ermöglicht einen barrierefreien Besuch der historischen Gebäude und Ausstellungen.
  • Ein Audioguide steht zur Verfügung, der vertiefende Informationen zu den historischen Verbrechen und der Nutzung des Ortes während des Zweiten Weltkriegs bietet.
  • Die ehemalige Pferdeversorgungsstation und die Großviehmarkthalle dokumentieren die industrielle Vergangenheit und ihre Umnutzung als Ort der Erinnerung an NS-Verbrechen.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Erinnerungsort Alter Schlachthof – Kultur & Geschichte in Düsseldorf-Stadtbezirk

Der Erinnerungsort Alter Schlachthof in Düsseldorf-Stadtbezirk 6 ist ein bedeutender Ort der historischen Aufarbeitung und ein zentraler Gedenkort für die Verbrechen des Nationalsozialismus in der Region. Der ehemalige städtische Schlachthof, zwischen 1896 und 1899 nach Plänen des Architekten Georg Osthoff errichtet, diente ursprünglich als Produktionsstätte für Fleischverarbeitung und Viehhandel. Seine Lage außerhalb der Stadt, aber mit optimaler Verkehrsanbindung – inklusive eigenem Gleisanschluss und Kanalisation – spiegelt die industriellen Anforderungen der Zeit wider. Später erhielt der Komplex durch Erweiterungen, etwa die markante Stahlfachwerkkonstruktion der Großviehmarkthalle mit basilikaartigem Charakter, eine weitere räumliche Ausdehnung.

Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wurden die Gebäude wiederaufgebaut und um weitere Anbauten ergänzt. Bis zu seiner Schließung im Jahr 2002 blieb der Schlachthof in Betrieb, doch zwei seiner historischen Bauten – die Pferdeversorgungsstation und die Großviehmarkthalle – stehen seit 1999 unter Denkmalschutz. Sie zeugen als Zeugnisse industrieller Arbeits- und Produktionsverhältnisse vom raschen Wachstum Düsseldorfs im Industriezeitalter. Heute sind sie jedoch vor allem als Ort der Erinnerung an die Verbrechen der NS-Zeit von zentraler Bedeutung.

Während der nationalsozialistischen Herrschaft wurde der Schlachthof zu einem Ort der Unterdrückung und Entrechtung. Die Gestapo, Polizei und SS nutzten die Räumlichkeiten für die Verwaltung und Durchführung von Deportationen. Die jüdische Bevölkerung Düsseldorfs wurde systematisch aus dem gesellschaftlichen Leben verdrängt, und die meisten Deportierten fanden in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslagern in Osteuropa den Tod. Der Erinnerungsort dokumentiert diese Vorgeschichte und setzt sich mit den lokalen und regionalen Bezügen auseinander.

Als Gedenkstätte bietet der Ort verschiedene Formate zur historischen Aufarbeitung an. Ein Audioguide ermöglicht eine eigenständige Erkundung der Geschichte, während spezielle Bildungsformate – gefördert durch das Programm „Jugend erinnert“ des Bundes – gezielt an junge Menschen, Studierende der Sozialen Arbeit und Auszubildende der Polizei sowie Verwaltung richten. Zudem ist der Erinnerungsort Teil europäischer Netzwerke wie des Denkstättenportals und der Gedenkstätten NRW, die sich der Aufarbeitung nationalsozialistischer Verbrechen widmen.

Der Erinnerungsort Alter Schlachthof ist nicht nur ein Museum, sondern ein Ort der Reflexion und des Lernens. Durch seine Architektur, die dokumentarischen Ausstellungen und die pädagogischen Angebote wird die Erinnerung an die Opfer wachgehalten – und gleichzeitig ein Bewusstsein für die Verantwortung der Gegenwart geschaffen. Der rollstuhlgerechte Zugang unterstreicht dabei die Offenheit für alle Besucherinnen und Besucher.

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