Denkmal/Gedenkstätte

Haus Unterbach

40699 Erkrath

Highlights

  • Haus Unterbach ist eine historische Wasserburg auf dem Gebiet von Erkrath, ursprünglich Teil von Unterbach.
  • Die Burg wurde vermutlich unter den Karolingern errichtet und später um 900 zur Verteidigung ausgebaut.
  • Heute sind Teile der Mauer, drei Türme und der alte Zugbrückenmechanismus noch erhalten.

Tipps

  • Das Gelände um Haus Unterbach ist teilweise barrierefrei, aber aufgrund der historischen Bausubstanz sollte man festes Schuhwerk tragen.
  • In der Nähe befinden sich mehrere Parkplätze, eine kurze Wanderung führt direkt zur Burganlage.
  • Die Restaurierung der Anlage erfolgte mit großem bürgerschaftlichen Engagement, Respekt vor der Architektur wird erwartet.

Eigenschaften

Kulturell Ganzjährig

Über Haus Unterbach

Haus Unterbach ist eine historische Wasserburg im Stadtgebiet von Erkrath im Kreis Mettmann, Nordrhein-Westfalen. Ursprünglich zählt es zu den Anfängen des Ortsteils Unterbach, der heute auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegt. Diese räumliche Trennung entstand durch die kommunale Neugliederung im Jahr 1975, als Unterbach von Erkrath nach Düsseldorf eingemeindet wurde. Die Burganlage selbst steht somit in Erkrath, während ihr namensgebender Ursprungsort heute zu Düsseldorf gehört.

Die Entstehung des Anwesens reicht vermutlich in die Zeit der Karolinger zurück. Aus Angst vor ungarischen Streifzügen wurde das Gelände im 10. Jahrhundert erstmals befestigt. Erste urkundliche Erwähnung als Rittersitz erfolgte im 12. Jahrhundert. Um das 14. Jahrhundert erhielt die Burg ihre heutige Form durch einen umfassenden Ausbau mit dicken Mauern, mehreren Türmen und einem breiten Wassergraben. Von den ursprünglich vier Türmen sind heute noch drei erhalten: der Torturm, der Gerichtsturm und ein Rundturm. Ein weiterer Rundturm wurde später abgetragen und in das Herrenhaus integriert. In den Türmen lagern authentische Ritterzeuge, und im Torturm sind Teile des ursprünglichen Zugbrückenmechanismus erhalten.

Das Herrenhaus selbst wurde in jüngerer Zeit einer eingehenden Untersuchung unterzogen, die ergab, dass es auf einem mittelalterlichen Fachwerkkern beruht und damit deutlich älter ist als bisher angenommen. Barocke Bodenbeläge und die originale Holzkonstruktion stützen diese Erkenntnis. Die Gartenanlage und die Wassergräben wurden unter Leitung des Landschaftsarchitekten Maximilian Friedrich Weyhe gestaltet, der auch für den Düsseldorfer Hofgarten und die Königsallee verantwortlich war. Bei Restaurierungsarbeiten wurden historische Stauwehre aus dem 19. Jahrhundert sowie ein Holzverschluss für den Graben entdeckt, der den Wasserstand regulierte. Auch Keramikfragmente aus späteren Jahrhunderten wurden im Burggraben geborgen.

Im Laufe der Jahrhunderte gehörten zu Haus Unterbach weitere Flurstücke und Höfe, darunter das spätere Unterfeldhaus sowie Güter in der Region und sogar eine Farm in ehemaligem Südwestafrika. Die Flächen lagen zum Teil in benachbarten Landkreisen. Heute steht das Anwesen als kulturhistorisches Zeugnis unter Denkmalschutz. Die gepflegte Anlage wird mit großem persönlichem Einsatz erhalten, was sich in der Sauberkeit und dem Zustand der restaurierten Gebäude widerspiegelt. Die Burg präsentiert sich als geschichtsträchtiger Ort mit stimmungsvoller Atmosphäre und hohem Detailreichtum.

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