Kirche/Kloster

St.-Aegidien-Kirche (Stedesdorf)

Hauptstraße 7, 26427 Stedesdorf

Highlights

  • Die St.-Aegidien-Kirche in Stedesdorf entstand im 13. Jahrhundert als Tuffsteinbau nach dem Untergang eines hölzernen Stabwerk-Vorgängers.
  • Der 1613 geschaffene Flügelaltar zeigt im Renaissancestil das Abendmahl mit mittelalterlichem Plattdeutsch und ist heute die prägende Ostwand-Dekoration.
  • Die barocke Kanzel von 1635 mit goldenen Engelköpfen und Wappen sowie der 1662 ergänzte Schalldeckel prägen den Chorraum.

Tipps

  • Die St.-Aegidien-Kirche zeigt im Inneren einen historischen Flügelaltar aus dem Jahr 1613 mit Darstellungen des Abendmahls und mittelalterlichen Spruchfeldern in Plattdeutsch.
  • An der Ostwand des Chors sind Reste gotischer Schildbögen aus dem ursprünglichen Gewölbe des Ostanbaus noch erkennbar.
  • Die barocke Kanzel aus dem Jahr 1635 ist mit Ornamenten, Ecksäulen und goldenen Engelköpfen verziert und befindet sich auf blauem Hintergrund.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Kultur & Sakrales: St.-Aegidien-Kirche Stedesdorf entdecken

Die St.-Aegidien-Kirche in Stedesdorf ist ein bedeutendes historisches Bauwerk mit einer faszinierenden Entwicklung über die Jahrhunderte. Die Kirche geht auf einen hölzernen Vorgängerbau in Stabbauweise zurück, der im 12. Jahrhundert in den Fluten unterging. Ausgrabungen aus dem Jahr 1962 belegen diese frühe Existenz, doch bereits im 13. Jahrhundert wurde der hölzerne Kirchenraum durch einen massiven Tuffsteinbau ersetzt.

Der heutige Bau zeigt eine eindrucksvolle Mischung aus gotischen und barocken Elementen. Ursprünglich war die einschiffige Saalkirche mit einem quadratischen Chor und einer halbrunden Ostapsis ausgestattet, die heute nicht mehr erhalten ist. Im 15. Jahrhundert wurde das gotische Gewölbe durch ein Kuppelgewölbe ersetzt, das bis heute den Chor prägt. Besonders charakteristisch ist der Ostanbau aus dem 16. Jahrhundert, der mit Rankenfriesen und Arkaden verziert ist. Unter diesen Arkaden sind acht biblische Figuren zu erkennen: Christus, Petrus sowie die vier Evangelisten – ergänzt durch zwei weitere, heute nicht mehr identifizierbare Gestalten.

Ein Höhepunkt des Innenraums ist der evangelische Flügelaltar aus dem Jahr 1613, der im Renaissancestil gehalten ist und die gesamte Ostwand des Chors bedeckt. Im Mittelfeld wird das Abendmahl dargestellt, umgeben von Spruchfeldern in mittelalterlichem Plattdeutsch. Daneben sind noch Reste des ursprünglichen gotischen Gewölbes im Ostanbau sichtbar, während das barocke Kuppelgewölbe im Chor eine spätere Ergänzung darstellt.

Ein weiteres Juwel der Kirche ist die frühbarocke Kanzel aus dem Jahr 1635, die auf blauem Farbgrund mit Ornamenten, Ecksäulen und Wappen verziert ist. Besonders auffällig sind die goldenen geflügelten Engelköpfe, die das prächtige Werk krönen. 1662 wurde die Kanzel durch einen Schalldeckel ergänzt, der den akustischen Raum der Kirche weiter bereichert. Die St.-Aegidien-Kirche vereint so auf einzigartige Weise sakrale Tradition mit künstlerischem Erbe und ist ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Erbes der Region.

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