Dengelstein
Highlights
- Der Dengelstein ist mit über 8 Metern Höhe und 3700 Tonnen Gewicht einer der größten Findlinge Deutschlands.
- Er entstand vor etwa 18.000 Jahren durch den Illergletscher und liegt heute im Kempter Wald bei Durach.
- Als Geotop 780R018 ausgezeichnet, zählt er zu den 100 schönsten Geotopen Bayerns.
Tipps
- Der Dengelstein ist ein riesiger Findling aus Konglomerat, der während der letzten Kaltzeit vom Illergletscher hierher transportiert wurde.
- Er liegt im Kempter Wald nahe Durach und ist zu Fuß über einen 1,5 km langen Weg von Betzenried aus erreichbar.
- Am Stein lassen sich informative Schautafeln mit Sagen und historischen Hintergründen finden.
Eigenschaften
Über Dengelstein
Der Dengelstein ist einer der markantesten Naturdenkmale im Kempter Wald und liegt im bayerischen Durach, Landkreis Oberallgäu. Der über acht Meter hohe Findling zählt zu den größten erhaltenen Gesteinsblöcken der Region und wiegt etwa 3700 Tonnen. Sein Volumen beträgt rund 1400 Kubikmeter. Der Stein besteht aus tertiärem Konglomerat der Kojenschichten, auch Nagelfluh genannt, und zeigt deutlich die Zusammensetzung aus verschiedenen Gesteinsfragmenten. Er gilt als ein Relikt der letzten Kaltzeit und wurde vermutlich vom Illergletscher aus dem Rottachberg-Gebiet hierher transportiert.
Der Dengelstein ist Teil eines größeren Findlingsfeldes im Kempter Wald, das zu den bemerkenswertesten Streufeldern nördlich der Ostalpen zählt. Obwohl er der bekannteste Stein dieses Areals ist, zählt er nicht zu den größten Blöcken des Feldes. Größere Findlinge befinden sich unter anderem beim Weiler Stein, in Betzigau und Görisried. Diese Steine sind jedoch zum Teil bereits zersplittert, während der Dengelstein weitgehend intakt geblieben ist. Die Ursachen für das Zerbrechen der anderen Blöcke werden auf natürliche Prozesse während der Gletscherschmelze zurückgeführt.
Der Stein hat nicht nur geologische, sondern auch kulturhistorische Bedeutung. Archäologische Hinweise deuten darauf hin, dass hier in keltischer Zeit Pferde geopfert wurden, was den Dengelstein zu einer prähistorischen Kultstätte macht. Auch der Name „Keltenstein“, der historisch für das umliegende Gebiet verwendet wurde, weist auf diese Bedeutung hin. Zahlreiche Sagen ranken sich um den Stein. So heißt es, der Teufel lasse seine Sense am Dengelstein dengeln, wenn Unheil drohe. Eine weitere Sage erzählt von einer bösen Bäuerin, die im Stein gefangen sei und dort ewig ihre Sense schwingen müsse. Diese Erzählungen sind an Infotafeln vor Ort nachzulesen.
Im Jahr 1997 wurde der Dengelstein durch eine eiserne Konstruktion umgeben, die als künstlerische Gestaltung gilt. Der Stein ist öffentlich zugänglich und kann über einen etwa 1,5 Kilometer langen Fußweg von Betzenried aus erreicht werden. Das Gelände lädt zu Spaziergängen im Wald ein und bietet Besucherinnen und Besuchern eine ruhige Atmosphäre inmitten der Natur. Der Dengelstein ist auch als Geotop 780R018 vom Bayerischen Landesamt für Umwelt anerkannt und gehört zu den 100 schönsten Geotopen Bayerns.