Galerie

Bildtaktik

Görges-Bau, 01062 Helmholtzstraße 9

Highlights

  • In ‚Bildtaktik‘ werden synästhetische Bildsysteme und Diagramme analysiert, um unsichtbare Phänomene durch visuelle und akustische Experimente darstellbar zu machen.
  • Ausstellungselemente wie Militärhistorische Fragmente werden zu Collagen neu zusammengesetzt, um historische Narrative durch kreative Methoden zu dekonstruieren und zu rekontextualisieren.

Tipps

  • Der barrierefreie Zugang über den Haupteingang ermöglicht einen ungehinderten Besuch der Ausstellung mit allen Räumen.
  • Die Präsentation zeigt künstlerische und wissenschaftliche Ansätze zur Darstellung unsichtbarer Phänomene durch Zeichensysteme und Diagramme.
  • Im Rahmen der Ausstellung werden historische Materialien des Militärhistorischen Museums als Ausgangspunkt für kreative und analytische Experimente genutzt.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Kunstgalerie Bildtaktik Helmholtzstraße 9

In der Helmholtzstraße 9 beherbergt die Ausstellung „Bildtaktik“ eine vielschichtige Auseinandersetzung mit den Grenzen und Möglichkeiten visueller Repräsentation. Als Teil der Universitätssammlungen verbindet die Präsentation künstlerische und wissenschaftliche Perspektiven, um die Funktionsweisen von Bildern, Zeichen und Diagrammen zu erforschen. Im Zentrum steht die Frage, wie unsichtbare Konzepte – sei es historisches Wissen, abstrakte Ideen oder kulturelle Codierungen – durch Bildsprache greifbar werden. Die Ausstellung lädt dazu ein, traditionelle Darstellungsformen zu hinterfragen und neue Narrative zu entwickeln, die über reine Information hinausgehen.

Besonders faszinierend ist der Ansatz, „Darstellen“ als Prozess zu begreifen: Eine Wand widmet sich verschiedenen Zeichensystemen und analytischen Schemata, die zeigen, wie komplexe Zusammenhänge visualisiert werden können. Doch „Bildtaktik“ geht weiter – sie fordert Besucher:innen auf, aktiv mit den präsentierten Materialien zu experimentieren. Ob durch Workshops, kollaborative Recherchen oder kreative Umsetzungen: Die Ausstellung wird zum Labor, in dem eigene Geschichten aus Fragmenten historischer oder künstlerischer Quellen neu zusammengesetzt werden. Hier treffen sich Objekte, Töne und Texte zu einer synästhetischen Collage, die das Potenzial von Bildern als Wissensvermittler und Gedächtnisstifter auslotet.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Materialität von Farbe und Symbolen, wie sie in Kooperationen mit Einrichtungen wie dem Militärhistorischen Museum der Bundeswehr oder der TU Dresden untersucht werden. Die Ausstellung verbindet dabei archivierte Exponate mit zeitgenössischen künstlerischen Positionen, um historische Narrative zu dekonstruieren und neu zu verhandeln. Teilnehmer:innen werden ermutigt, eigene Forschungswege zu gehen – sei es durch die Analyse von Objekten, die Erschaffung neuer Werke oder die Reflexion über die kulturelle Bedeutung von Bildern. So entsteht ein Dialog zwischen Wissenschaft, Kunst und Publikum, der über reine Ästhetik hinausgeht.

Für kreative Köpfe und Neugierige bietet „Bildtaktik“ zudem einen praktischen Raum zum Mitmachen. In Workshops und Aktionen werden Video-Installationen, experimentelle Installationen oder olfaktorische (geruchsbasierte) Methoden genutzt, um neue Perspektiven zu erproben. Die Ausstellung wird zum Ort der Improvisation, an dem Teilnehmende mit gefalteten Formen, Objekten oder sensorischen Erfahrungen arbeiten. Das Ziel: Eine Präsentation, die nicht nur informiert, sondern Wissen als lebendigen, veränderbaren Prozess erfahrbar macht – etwa in Form einer Collage aus Texten, Klängen oder Objekten, die während der Langen Nacht der Wissenschaften präsentiert wird.

„Bildtaktik“ zeigt damit, wie Kunst und Wissenschaft sich gegenseitig befruchten können. Sie entlarvt die Macht von Bildern, Wissen zu strukturieren, zu speichern und weiterzugeben – und gleichzeitig ihre Grenzen. Wer sich auf diese Reise begibt, findet nicht nur eine Ausstellung, sondern ein Denk- und Gestaltungslabor, das dazu anregt, die Welt neu zu sehen und mit eigenen Mitteln zu interpretieren. Ein Ort, an dem Bilder nicht nur an der Wand hängen, sondern aktiv Geschichte mitgestalten.

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