Porzellansammlung
Highlights
- Die Porzellansammlung im Dresdner Zwinger beherbergt über 20.000 ostasiatische Stücke aus der königlichen Sammlung Augusts des Starken.
- 1708 entdeckte Johann Friedrich Böttger die Porzellanherstellung in Europa – Grundlage für die spätere Meißener Manufaktur.
- Die Sammlung zeigt einzigartige Meißener Meisterwerke von Chinoiserien bis zu monumentalen Figurengruppen aus dem 18. Jahrhundert.
Tipps
- Der rollstuhlgerechte Zugang ermöglicht einen barrierefreien Besuch der Porzellansammlung im Dresdner Zwinger.
- Ein Multimedia-Guide mit Kopfhörern bietet detaillierte Informationen zu ausgewählten Exponaten und historischen Hintergründen.
- Fotoaufnahmen in Sonderausstellungen sind nur nach vorheriger Absprache mit dem Aufsichtspersonal erlaubt.
Eigenschaften
Porzellansammlung Dresden Altstadt – Kultur-Ausflug
Die Porzellansammlung im Dresdner Zwinger zählt zu den bedeutendsten und schönsten Porzellankollektionen Europas. Sie entstand aus der Leidenschaft des sächsischen Kurfürsten und späteren Königs August des Starken für das „weiße Gold“ aus dem Fernen Osten. Seine Sammelleidenschaft – die sogenannte „maladie de porcelaine“ – machte Dresden zum Zentrum der europäischen Porzellankultur. Die Sammlung vereint einzigartige Stücke aus Ostasien mit herausragenden Werken der Meißener Porzellanmanufaktur, die 1708 unter seiner Förderung in Europa gegründet wurde.
Das Herzstück der Sammlung bilden über 20.000 Objekte ostasiatischen Porzellans, darunter seltene Chinesen- und Japanerware aus der Zeit der Qing-Dynastie. Ein besonderer Fokus liegt auf den Dehua-Porzellanen aus der Provinz Fujian, deren charakteristische weiße Scherben und transparente Glasur bis heute faszinieren. Die Dresdner Sammlung bewahrt etwa 500 dieser Stücke – ein Beweis für die internationale Strahlkraft der sächsischen Hofkunst. Ergänzt wird die Kollektion durch europäische Meisterwerke, etwa den prächtigen Porzellanblumenstrauß von 1749, ein Geschenk der französischen Königstochter an ihren Vater.
Die Präsentation in den barocken Räumen des Zwingers wurde vom Architekten Peter Marino neu konzipiert, um die emotionale Wirkung der originalen Sammlungspräsentation unter August dem Starken zu bewahren. Exotische Pavillons, Spiegelwände und seidenbezogene Hänge schaffen eine atmosphärische Umgebung, in der lebensgroße Porzellanfiguren wie Löwen, Pfauen oder Affenfamilien zu neuem Leben erwachen. Besonders beeindruckend sind die Vogelbauervasen aus Arita (Japan), von denen zwölf der ursprünglich 20 erhaltenen Stücke hier ausgestellt werden. Diese Raritäten zeugen vom Wettstreit der europäischen Höfe mit den asiatischen Porzellanmanufakturen im 18. Jahrhundert.
Die Porzellansammlung war während des Zweiten Weltkriegs durch Auslagerung in Schlösser und Bergwerke vor Zerstörung bewahrt worden. Heute bietet sie nicht nur einen einzigartigen Einblick in die Geschichte des Porzellans, sondern auch in die Kunsthandwerkskunst der Meißener Manufaktur von ihrer Gründung bis ins frühe 19. Jahrhundert. Ein digitaler Katalog namens „The Royal Dresden Porcelain Collection“ dokumentiert die wissenschaftliche Aufarbeitung der Sammlung und verbindet die Exponate mit historischen Inventaren – ein innovatives Projekt, das die globale Bedeutung Dresdens als Porzellanmetropole unterstreicht.
Besucher können die Sammlung in den lichtdurchfluteten Galerien des Zwingers erkunden, wobei moderne Hilfsmittel wie ein Multimedia-Guide oder ein rollstuhlgerechtes WC den Aufenthalt komfortabel gestalten. Die Porzellansammlung ist ein Muss für alle, die sich für barocke Prunkentfaltung, asiatische Kunst oder die Pionierleistung der europäischen Porzellanherstellung begeistern – und genießen können, wie das „weiße Gold“ einst die Träume eines Königs erfüllte.