Kirche/Kloster

Johanneskirche

Heinrichstraße 1, 71665 Vaihingen an der Enz-Aurich

Highlights

  • Im 13. Jahrhundert erhielt die Kirche ein gotisches Kreuzrippengewölbe mit Dämonenmotiven und Maßwerkfenstern; 1591 wurden Emporen sowie 1600 ein hoher Turm aufgesetzt.
  • Die Kirche beherbergt Grabmale aus dem 16./17. Jahrhundert und zwei Buntglasfenster von Robert Eberwein (1955), während das Kirchspiel seit 1270 mit dem Kloster Herrenalb verbunden ist.

Tipps

  • Die Johanneskirche verfügt über einen historischen Wehrturm mit romanischem Tonnengewölbe in der Sakristei sowie gotischen Bauteilen wie dem Kreuzrippengewölbe im Chor.
  • Im Inneren sind originale Grabmale wie das restaurierte Pfarrergrab von 1620 und eine spätmittelalterliche Grabplatte aus dem Jahr 1514 ausgestellt.
  • Zwei moderne Buntglasfenster von Robert Eberwein aus dem Jahr 1955 ergänzen die historische Ausstattung und zeigen Motive des 19. Jahrhunderts.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Johanneskirche Vaihingen-Aurich: Sakrale Kultur

Die Johanneskirche in Vaihingen an der Enz-Aurich ist ein historisches Juwel mit einer über tausendjährigen Geschichte, das die Spuren mittelalterlicher Architektur und regionaler Traditionen bewahrt. Ihr Ursprung reicht bis ins frühe Mittelalter zurück, als ein steinerner Wehrturm aus dem Jahr um 900 als Grundlage für eine Kapelle diente. Noch vor der Jahrtausendwende wurde das Untergeschoss des Turms mit massiven, 1,6 Meter dicken Mauern zu einem sakralen Raum umfunktioniert – ein Zeugnis der frühen Christianisierung der Region. An die Nordseite des Turms schloss sich später eine Sakristei mit romanischem Tonnengewölbe an, während das Kirchenschiff im Laufe der Jahrhunderte mehrfach erweitert und umgestaltet wurde.

Besonders prägend für das heutige Erscheinungsbild sind die gotischen Elemente aus dem 13. Jahrhundert, darunter das imposante Kreuzrippengewölbe im Turmchor. Hier thront als Schlussstein ein Lamm Gottes, flankiert von drei mystischen Fratzengesichtern – symbolische Darstellungen, die auf den mittelalterlichen Dämonenglauben verweisen. Auch einige der originalen Maßwerkfenster aus dieser Zeit sind noch erhalten und verleihen dem Innenraum eine besondere Atmosphäre. Im 17. Jahrhundert erhielt der Turm sein markantes Fachwerkobergeschoss und den hohen, spitzen Helm, der seither die Silhouette des Ortes prägt. Seitdem hat sich die äußere Gestalt der Kirche kaum verändert, was ihr den Charakter eines lebendigen Zeitzeugen verleiht.

Im Inneren der Johanneskirche finden sich weitere historische Schätze, darunter das restaurierte Grabmal des Pfarrers Joachim Keller aus dem frühen 17. Jahrhundert sowie die Grabplatte des katholischen Priesters Nicolaus Schulin von 1514. Die Verbindung zur Klostergeschichte ist ebenfalls spürbar: Das Kirchenpatronat gehörte einst den Grafen von Leiningen und wurde später an das Kloster Herrenalb veräußert, das die Kirche im 14. Jahrhundert inkorporierte. Die Nähe zu diesem bedeutenden Kloster im Schwarzwald unterstreicht die regionale Vernetzung der sakralen Stätten in der Umgebung.

Das Dorf Aurich, in dem die Kirche liegt, war bis zum Zweiten Weltkrieg ein beschauliches Bauerndorf mit Fachwerkhäusern aus dem 17. Jahrhundert. Heute hat sich die Gemeinde zu einem lebendigen Ort entwickelt, dessen Einwohnerzahl sich seit 1950 fast verdreifacht hat. Die Johanneskirche bleibt dabei ein zentraler Ankerpunkt für das Gemeindeleben. Neben regelmäßigen Gottesdiensten und einem aktiven Kinderkirchenprogramm – wie dem 2021 gestarteten Projekt „Kinderkirche und Theater“ – organisiert die Gemeinde jährlich wechselnde Veranstaltungen für alle Altersgruppen. Ob Gemeindefest mit Familiengottesdienst oder Ausflüge in die Umgebung, die Kirche ist stets Mittelpunkt für Begegnungen und Traditionen.

Mit ihrem einzigartigen Mix aus mittelalterlicher Baukunst, historischer Tiefe und lebendigem Gemeindeleben ist die Johanneskirche ein Ort, der sowohl an die Vergangenheit erinnert als auch die Gegenwart gestaltet. Sie lädt Besucher ein, die Spuren der regionalen Geschichte zu erkunden – von den steinernen Mauern des Wehrturms bis zu den modernen Initiativen, die das Dorf prägten. Ein Besuch lohnt sich für alle, die die Verbindung von sakraler Architektur und lebendigem Dorfleben erleben möchten.

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