Standort ehemalige Synagoge
Highlights
- Das Denkmal 'Wachsen mit Erinnerung' erinnert an die ehemalige Synagoge in Eberswalde, die 1938 zerstört wurde.
- Die Fundamente der Synagoge wurden 2012 unter der Platzoberfläche wiedergefunden und bilden die Basis des Denkmals.
- Eine zweieinhalb Meter hohe Mauer ohne Eingang umschließt den Ort, in dem Bäume die Kontur des alten Gebäudes nachzeichnen.
Tipps
- Das Denkmal an die ehemalige Synagoge ist ein geschlossener, begrünter Raum ohne Zugang – die ehemaligen Fundamente der Synagoge sind unterhalb der Umfassungsmauer sichtbar.
- Im Inneren des Denkmals wachsen Bäume nach, die im Laufe der Jahre die Kontur des ehemaligen Synagogengebäudes sichtbar machen.
- Außerhalb der Mauer bietet die Fläche Raum zum Verweilen mit Rasenflächen und Sitzbänken für stille Gedenkzeit.
Eigenschaften
Über Standort ehemalige Synagoge
Der „Standort ehemalige Synagoge“ in Eberswalde im Landkreis Barnim ist ein bedeutender kultureller Erinnerungsort und zählt zu den besonderen Gedenkstätten in Brandenburg. Das Denkmal mit dem Titel „Wachsen mit Erinnerung“ wurde 2012 eingeweiht und erinnert eindrücklich an die jüdische Geschichte der Stadt sowie an die Zerstörung der ehemaligen Synagoge im Jahr 1938. Es entstand nach einem Entwurf der Künstler Horst Hoheisel und Andreas Knitz im Rahmen eines von der Stadt initiierten Wettbewerbs.
Das Denkmal besteht aus einer geschlossenen Mauer, die den ehemaligen Grundriss der zerstörten Synagoge nachzeichnet. Die Fundamente des Gotteshauses wurden bei archäologischen Arbeiten unter der bestehenden Asphaltdecke entdeckt und bilden seither die Basis der künstlerischen Intervention. Die Mauer erhebt sich etwa zweieinhalb Meter hoch und verfügt weder über Türen noch Fenster – sie lässt den Innenraum unzugänglich. Innerhalb der Umfassung wurden Bäume gepflanzt, die im Laufe der Zeit wachsen und so das ehemalige Synagogenvolumen sichtbar werden lassen. Diese Entwicklung wird als lebendiger Prozess verstanden, der die Erinnerung in Form einer stetig wachsenden Naturparzelle fortgeschrieben sieht.
Die Außenwände der Mauer tragen einen eingegossenen Text, der die wechselvolle Geschichte der jüdischen Gemeinde in Eberswalde nachzeichnet – von ihrer Ansiedlung vor über 700 Jahren bis hin zur Zerstörung der Synagoge und den darauffolgenden Verfolgungen. Die Gestaltung des Außenbereichs mit Rasenflächen und Sitzbänken lädt zur Ruhe und Reflexion ein. Das Denkmal versteht sich dabei nicht als statisches Monument, sondern als ein sich wandelnder Ort, der sowohl Vergänglichkeit als auch Nachhaltigkeit der Erinnerung symbolisiert.
Die feierliche Übergabe des Ortes fand im Jahr 2013 in Anwesenheit von Bundespräsident Joachim Gauck und Vertretern der jüdischen Gemeinschaft statt. Gäste würdigen die Stille und das pädagogische Potenzial des Ortes, der insbesondere für jüngere Besucherinnen und Besucher eine wichtige Lerngelegenheit darstellt. Auch wenn der Standort in manchen Stadtführern ungenau angegeben wird, finden Interessierte den Denkort im Stadtbild von Eberswalde. Die einfühlsame Gestaltung und die symbolische Kraft des „Wachsen mit Erinnerung“ machen ihn zu einem bemerkenswerten kulturellen Ort im Barnim.