Maria-Magdalenen-Kirche
Highlights
- Das gotische Kirchenschiff wurde um 1300 erbaut, der Backsteinchor datiert auf das Jahr 1827 und der Neugotik-Turm auf 1902.
- In der Kirche befinden sich bemerkenswerte Kunstwerke wie die gotische Fünte aus Bronze (1466) und ein spätgotisches Kruzifix (um 1500).
Tipps
- Kinder können bei Veranstaltungen wie der Rappelkirche die Empore besteigen und spielerisch die Kirche entdecken.
- Beim Besuch der gotischen Kirche aus dem 13. Jahrhundert lohnt sich ein Blick auf die historischen Portalinschriften und der Prangerstein am Südportal.
- Für Parkmöglichkeiten gilt es, den Hinweis auf Bewohnerparkplätze zu beachten – Alternativen sollten vorab erkundet werden.
Eigenschaften
Über Maria-Magdalenen-Kirche
Die Maria-Magdalenen-Kirche in Lauenburg/Elbe ist die evangelisch-lutherische Stadtkirche der Stadt und trägt den Namen der Heiligen Maria Magdalena. Sie zählt zu den bedeutendsten sakralen Bauten des Kreises Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein. Ursprünglich im frühen 13. Jahrhundert gegründet, zeigt die Kirche eine baugeschichtliche Entwicklung über mehrere Jahrhunderte. Das gotische Kirchenschiff aus Feldstein und Ziegel stammt aus dem Beginn des 14. Jahrhunderts. Der Backsteinchor wurde 1827 errichtet und der Neugotik-Turm 1902 im Zuge eines umfassenden Umbaus neu gebaut. Ein kupferner Turmhelm, der nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg 1992 erneuert wurde, prägt heute das Stadtbild.
Die Kirche war eng mit der lutherischen Reformationsbewegung verbunden. Eine Inschrift am Nordportal erinnert an die erste lutherische Predigt im Jahr 1531. Die Portale aus Sandstein stammen aus dem späten 16. Jahrhundert. Im Inneren wurden zahlreiche Umbauten durchgeführt, wobei der letzte große Umbau 1827 stattfand. Dennoch sind einige wertvolle Originalausstattungen erhalten geblieben. Dazu gehören eine gotische Bronzefünte aus dem Jahr 1466, ein spätgotisches Kruzifix um 1500 sowie das Tafelbild „Lust der Welt“ aus der Zeit um 1470–1480, das die Vergänglichkeit irdischen Lebens thematisiert. Ein weiteres Highlight ist das Epitaph der Familie Weltzin aus dem Jahr 1590, wahrscheinlich von dem flämischen Bildhauer Robert Coppens geschaffen.
Bemerkenswert ist auch der spätgotische Marienleuchter aus Holz und Eisen mit einer doppelseitigen Statue der Strahlenkranzmadonna. Die knienden Grabfiguren von Herzog Franz II. von Sachsen-Lauenburg und seiner Ehefrau Maria erinnern an die Zeit, als Lauenburg Residenzstadt war. Die Särge der Herzöge aus Kupfer und Zinn befinden sich in einer Gruft unter dem Chor, wenngleich einige aufgrund der Zinnpest entfernt wurden. Im Vorraum des Kirchenschiffs ist eine Kriegergedenkstätte eingerichtet, die die Namen der Gefallenen aus den Befreiungskriegen 1813, den Deutsch-Französischen Kriegen sowie den Weltkriegen trägt. Die Orgel stammt aus dem Jahr 1961 und wurde in ein historisches Barockgehäuse aus dem Jahr 1625 integriert.
Die Kirche wird heute noch aktiv von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Lauenburg/Elbe genutzt und beherbergt regelmäßig Gottesdienste, Konzerte und kulturelle Veranstaltungen. Auch Kinderaktivitäten wie die sogenannte Rappelkirche finden hier statt. Das Engagement der Gemeinde zeigt sich auch in der Bereitstellung von Führungen und der offenen Haltung gegenüber Besucherinnen und Besuchern. Ein Hinweis einer Mitarbeiterin auf Parkraumeinschränkung verdeutlicht die enge Verzahnung der Kirche mit dem städtischen Leben.