Kaminlochhöhle
Highlights
- Die Kaminlochhöhle in Forheim liegt im Geopark Ries und zählt zu den hallenartigen Hohlräumen im Malmkalk.
- Archäologische Funde, darunter rituelle Schädelbestattungen aus der Altsteinzeit, machen die Höhle bekannt.
- Die Höhle befindet sich zwischen innerem und äußerem Kraterrand im Höhenzug „Himmelreich“.
Tipps
- Gut geeignet für Familien mit Kindern, da es mehrere Informationstafeln und leichte Kletterstellen gibt.
- Auf dem Weg zur Höhle lassen sich archäologische Funde wie ein römischer Gutshof und Schädelbestattungen aus der Altsteinzeit entdecken.
- Das Gelände ist teilweise uneben, Trittsicherheit wird empfohlen, besonders in feuchten Abschnitten.
Eigenschaften
Über Kaminlochhöhle
Die Kaminlochhöhle befindet sich im Ort Forheim im Landkreis Donau-Ries in Bayern. Sie ist Teil des Nationalen Geoparks Ries und zählt zu den sehenswerten geologischen und kulturhistorischen Zeugnissen der Region. Die Höhle liegt innerhalb der sogenannten Ofnethöhlen, die in einer verkarsteten Scholle des Riegelberges im Malm-Delta-Kalk entstanden sind. Diese Formation befindet sich am inneren Rand des Rieskraters, einem der bedeutendsten Meteoritenkrater der Erde. Die Kaminlochhöhle zählt zu den hallenartigen Hohlräumen mit großzügigen Eingängen und zeigt stellenweise schwache Sinterbildungen an den Wänden.
Archäologische Funde in den Ofnethöhlen, darunter rituelle Schädelbestattungen aus der Altsteinzeit, machen die Kaminlochhöhle zu einem interessanten Ort für die Erforschung früher Menschheitsgeschichte. Die Höhlen liegen zwischen dem inneren und äußeren Kraterrand im Höhenzug „Himmelreich“ und sind in eine ca. 1,75 x 0,75 Kilometer große Malmkalkscholle eingebettet. Diese Scholle besteht aus bankartigen Kalksteinen und Riffkalken, die durch intensive Brecciierung auffallen – ein geologisches Phänomen, das auch als Mörteltextur bezeichnet wird.
Ein Besuch der Kaminlochhöhle lässt sich gut in eine Wanderung einbinden, die nicht nur landschaftlich reizvoll, sondern auch lehrreich ist. Entlang des Weges informieren zahlreiche Tafeln über die Geologie, die Entstehung des Rieskraters und die Bedeutung der Bunten Trümmer. Auch Spuren einer römischen Ansiedlung sowie die Überreste eines alten Gutshofs sind in unmittelbarer Nähe zu erkennen. Auf dem Plateau oberhalb der Höhle eröffnet sich zudem ein weiträumiger Blick über das Ries, der besonders bei klarem Wetter eindrucksvoll ist. Die Wanderung ist mit leichten Kletterpassagen verbunden, weshalb Trittsicherheit empfohlen wird.
Die Kaminlochhöhle und ihre Umgebung gehören zu den ausgezeichneten Geotopen Bayerns und tragen das Gütesiegel „Bayerns 100 schönste Geotope“. Vor Ort gibt es eine Infotafel, die den geologischen und kulturgeschichtlichen Kontext erläutert. Der Zugang zur Höhle selbst erfolgt über ein großes Portal, das den Besuch ohne technische Ausrüstung ermöglicht. Die Höhle ist somit auch für Familien mit Kindern geeignet, die sich spielerisch an den leichten Kletterstellen versuchen können. Der Weg dorthin führt auch an einer ehemaligen Schlifffläche vorbei, die während des Auswurfvorgangs des Meteoritenkraters entstand.