Gertrudskammer (Drudenhöhle)
Tipps
- Wanderparkplatz 'Alte Eisenbahn' ist Ausgangspunkt zur Höhle.
- Steiler Abstieg unterhalb des Felsens nötig, um die Kammer zu erreichen.
- Rundwanderweg 'Zu mystischen Stätten' führt vorbei an der Drudenhöhle.
Eigenschaften
Über Gertrudskammer (Drudenhöhle)
Die Gertrudskammer, auch bekannt als Drudenhöhle, ist eine natürliche Felshöhle im Stadtgebiet von Paderborn im Kreis Paderborn, Nordrhein-Westfalen. Sie befindet sich unterhalb eines Klippenhanges in unmittelbarer Nähe zum sogenannten „Faulen Jäger“ und ist über einen steilen Abstieg erreichbar. Die Höhle entstand durch Verwitterung und Auswaschung des regionalen Osning-Sandsteins. Aufgrund ihrer markanten Lage unter einer horizontal verlaufenden Felsnase bietet sie einen eindrucksvollen Blick in die Vergangenheit der Region.
Die Höhle ist eng mit der regionalen Sage verbunden. Laut Überlieferung soll es sich um die Klause der Eremitin Gertrud gehandelt haben. In anderen Erzählungen wird die Stätte als ein sächsisches Naturheiligtum gedeutet, bewohnt von der „Weisen Wala“, einer Druidin. In der Volksüberlieferung wird beschrieben, dass in vorchristlicher Zeit eine Drude gemeinsam mit ihrem Hund in der Höhle gelebt und dort Opferhandlungen für Wodan vollzogen habe. Mit dem Aufkommen des Christentums soll sie die Gegend verlassen und sich nie wieder blicken lassen haben. Der Name „Druidenhöhle“ verweist möglicherweise auf die „drei Truden“ – mythologische Gestalten, die auch als „drei Ewige“ oder „drei Mütter“ bekannt sind.
Ein markanter Stein oberhalb der Höhle, der sogenannte Opferstein, unterstreicht die historische und mythologische Bedeutung des Ortes. Die Gertrudskammer ist Teil des Rundwanderwegs „Zu mystischen Stätten“, der von Willebadessen aus führt und eine Länge von etwa 10,8 Kilometern hat. Die mittelschwere Tour ist mit gelber Säule auf lila Grund markiert und kann in etwa drei Stunden bewältigt werden. Wanderer, die sich für Landschaft, Geschichte und regionalen Sagen übernatürlicher Figuren interessieren, stoßen an diesem Ort auf eine Atmosphäre, die sowohl naturkundlich als auch kulturhistorisch fasziniert.
Die Höhle ist zu Fuß vom Wanderparkplatz „Alte Eisenbahn“ erreichbar. Ein alternativer Weg führt von der Grundschule Willebadessen aus dorthin. Die unmittelbare Umgebung lädt aufgrund der dichten Vegetation zum Entdecken ein – allerdings sollte man sich darauf einstellen, gelegentlich Brombeeren und Brennnesseln zu begegnen. Die Lage direkt am Fuße des Hexenbergs, eines nahen Erhebungsziels im nordöstlichen Bereich, spricht zudem für eine mögliche Verbindung zu kultischen oder mystischen Praktiken der Vorgeschichte.