Felsenkeller
Highlights
- Der Egloffsteiner Felsenkeller ist ein weitverzweigtes, künstlich angelegtes Kellersystem im Burgberg von Egloffstein.
- Die Keller wurden im frühen Mittelalter als Schutzräume genutzt und später von der Bevölkerung für die Lagerung von Lebensmitteln genutzt.
- Heute sind die Felsenkeller ganzjährig zugänglich und gehören zu den historischen Baudenkmalen der Region.
Eigenschaften
Über Felsenkeller
Der Felsenkeller in Egloffstein ist ein faszinierendes Zeugnis vergangener Zeiten und zählt zu den bemerkenswerten historischen Sehenswürdigkeiten im Landkreis Forchheim in Bayern. Diese unterirdischen Gänge und Hohlräume erstrecken sich über eine Fläche von rund 12.000 Quadratmetern und bilden ein weit verzweigtes System aus 14 Kellergängen mit einer Gesamtlänge von etwa 700 Metern. Ursprünglich dienten sie als natürliche Lagerstätten für Bier, Lebensmittel und Futter, da die kühle und gleichmäßige Temperatur im Berg ideal für die Haltbarmachung von Gütern war.
Die Entstehung des Felsenkellers reicht weit zurück in die Geschichte des Ortes. Bereits im Mittelalter wurden diese unterirdischen Räume genutzt, um Vorräte vor äußeren Einflüssen zu schützen. Im Laufe der Zeit entwickelte sich das System zu einem parzellierten Kellerbetrieb, bei dem verschiedene Familien und Gewerbetreibende eigene Abschnitte nutzten. Besonders Brauereien, Metzgereien und Bauern lagerten ihre Erzeugnisse in den stabilen Sandsteingängen, die sich tief in den Burgberg erstrecken.
Geologisch gesehen liegen die Kellerräume in einer weichen Sandsteinschicht, die unterhalb einer wasserundurchlässigen Tonschicht und einem Kalk- und Dolomitgestein liegt. Diese Beschaffenheit ermöglichte nicht nur die einfache Aushöhlung, sondern sorgte auch für ideale Lagerbedingungen. Seit dem frühen 18. Jahrhundert wurde der Sandstein zudem als Baumaterial abgebaut, was zur weiteren Ausdehnung des Kellersystems beitrug. Heute ist der gesamte Komplex als Baudenkmal unter Denkmalschutz gestellt.
Der Felsenkeller verfügt über drei Eingänge, wobei sich zwei direkt in der Felsenkellerstraße unterhalb eines Parkplatzes befinden und der dritte von einer Scheune aus zugänglich ist. Die Anlage ist das ganze Jahr über frei zugänglich, allerdings wird dringend von Besuchen zwischen Oktober und April abgeraten, um die Ruhe der überwinternden Fledermäuse nicht zu stören. Für interessierte Besucher gibt es regelmäßig Führungen, die vom örtlichen Tourismusverein organisiert werden und spannende Einblicke in die geheimnisvolle Unterwelt ermöglichen. Taschenlampen sind bei Eigenbesuchen unerlässlich, da es keine Beleuchtung vor Ort gibt.