Kursächsische Postmeilensäule
Highlights
- Die kursächsische Postmeilensäule in Eibenstock wurde 1727 aus Granit errichtet und markiert historische Postwege.
- Nach ihrer Zerstörung im 19. Jahrhundert wurde 2005 eine Replik aus Blauenthaler Granit und Elbsandstein aufgestellt.
- Sie besteht aus sieben Teilen und zeigt das Wappen Sachsens, gefertigt aus Niederschönaer Sandstein.
Tipps
- Die kursächsische Postmeilensäule in Eibenstock befindet sich auf einer Verkehrsinsel an der Auffahrt zum Krankenhaus Erlabrunn und ist gut sichtbar.
- Der historische Aufbau der Säule besteht aus sieben Teilen, darunter Sockel, Postament und ein Wappenstück aus Sandstein.
- Eine erklärende Tafel vor Ort informiert über die Geschichte und Bedeutung der Ganzmeilensäule aus dem Jahr 1727.
Eigenschaften
Über Kursächsische Postmeilensäule
Die Kursächsische Postmeilensäule in Eibenstock ist ein bedeutendes Zeugnis sächsischer Verkehrs- und Kommunikationsgeschichte. Errichtet im Auftrag des Kurfürsten Friedrich August I., gehört sie zu den historischen Distanzsäulen, die einst die Post- und Handelswege des Kurfürstentums Sachsen markierten. Die Säule steht heute auf einer Verkehrsinsel an der Auffahrt zum Krankenhaus Erlabrunn und erinnert mit ihrer präsenten Gestalt an eine weit vorausdenkende Infrastrukturmaßnahme des 18. Jahrhunderts.
Die ursprüngliche Säule wurde durch den Land- und Grenzkommissar Adam Friedrich Zürner veranlasst, der für die kartografische und infrastrukturelle Modernisierung Sachsens verantwortlich zeichnete. Die Ausführung erfolgte durch den Steinmetz Matthias Lambacher aus Johanngeorgenstadt, wobei hauptsächlich Granit aus Brettmühl sowie ein Wappen aus Niederschönaer Sandstein verwendet wurden. Im Laufe des 19. Jahrhunderts geriet die Säule jedoch in Vergessenheit, wurde abgebaut und als Baumaterial weiterverwendet. Erst in der Gegenwart gelang durch den Fund von Originalfragmenten und deren rekonstruierter Inschrift eine Wiederherstellung des Denkmals – zunächst in den 1980er Jahren durch eine umfangreiche Rekonstruktion, später durch eine Restaurierung im Jahr 2009.
Die heutige Säule besteht aus mehreren Originalteilen zweier unterschiedlicher Postmeilensäulen, was sich durch die Verwendung unterschiedlicher Gesteinsarten nachweisen lässt. Funde aus den Orten Breitenbrunn und Oberwildenthal sowie die Identifikation durch den Eibenstocker Lehrer Konrad Solbrig ermöglichten den Neuaufbau. Die Aufstellung am heutigen Standort erfolgte 1950, nachdem die Säule zuvor an einem anderen Punkt im Ort neu errichtet worden war. Eine erklärende Tafel informiert Besucher über die Geschichte und Bedeutung des Denkmals und macht so die kulturhistorische Dimension des Ortes erfahrbar.
Als Teil eines umfassenden Netzes kursächsischer Postmeilensäulen verkörpert die Ganzmeilensäule in Eibenstock nicht nur ein technisches, sondern auch ein ästhetisches und politisches Statement ihrer Zeit. Mit Wappenverzierungen und präzisen Distanzangaben diente sie als Orientierungshilfe für Reisende und bot ein Symbol für staatliche Ordnung und Effizienz. Heute zählt sie zu den wenigen erhaltenen oder rekonstruierten Zeugen dieses einst flächendeckenden Systems und ist somit ein kleines, aber bemerkenswertes Kulturdenkmal im Erzgebirgskreis.