Dachgarten, Grüner Bunker Feldstrasse
Highlights
- Denkmalgeschützter Bunker aus 1942, ursprünglich für Flugabwehr genutzt, heute als Dachgarten mit begrünten Flächen und natürlicher Klimaregulierung.
- Grüner Bunker mit 30 m langem Fachwerkträger (35 Tonnen) an der Westfassade – Teil eines Projekts für nachhaltige Stadtnatur in St. Pauli.
Tipps
- Der rollstuhlgerechte Zugang ermöglicht einen barrierefreien Zugang zum Gelände und den Außenbereichen des Grünraums.
- Die historische Bunkerkonstruktion bietet einen einzigartigen Kontrast zwischen industrieller Architektur und moderner Begrünung.
- Die Dachbepflanzung wirkt als natürliche Klimaregulierung und schafft ein kühleres Mikroklima im direkten Umfeld des Bunkers.
Eigenschaften
Naturpark Dachgarten Grüner Bunker Hamburg
Der Dachgarten „Grüner Bunker Feldstraße“ in Hamburg-St. Pauli ist ein einzigartiges Beispiel für nachhaltige Stadtgestaltung auf historischem Fundament. Ursprünglich als Flakbunker während des Zweiten Weltkriegs errichtet, diente der denkmalgeschützte Betonbau zunächst der Flugabwehr. Heute verwandelte sich der graue Koloss im Heiligengeistfeld zu einem lebendigen Grünraum, der Natur und urbanes Leben verbindet.
Der Dachgarten entstand als Teil eines innovativen Projekts, das den Bunker nicht nur als architektonisches Denkmal bewahrt, sondern ihm eine neue Funktion als Ökologischer Hotspot verleiht. Unter der Leitung von Ingenieur Jens Siggelkow wurde ein 30 Meter langer, 35 Tonnen schwerer Fachwerkträger an der Westfassade montiert – eine technische Meisterleistung, die den Bunker stabil trägt und gleichzeitig eine Bepflanzung mit einheimischen Pflanzen ermöglicht. Diese Dachbegrünung wirkt wie eine natürliche Klimaanlage: Sie kühlt die Umgebung, bindet CO₂ und schafft Lebensraum für Insekten und Vögel.
Besonders bemerkenswert ist die Vernetzung von Geschichte und Moderne. Während der originale Bunkerkörper unter Denkmalschutz steht und unverändert bleibt, wurde das Dach zu einem grünen Refugium umgestaltet. Der Ort lädt Besucher ein, die Spannung zwischen militärischer Vergangenheit und ökologischer Zukunft zu erleben – etwa durch die Arbeitsgruppe Gedenkstätte, die sich mit der Aufarbeitung der Bunkergeschichte beschäftigt. Gleichzeitig zeigt der Grüne Bunker, wie sich historische Bauwerke klimafreundlich und nutzbar gestalten lassen.
Der Zugang ist rollstuhlgerecht, was den Bunker für alle Besucher zugänglich macht. Neben der begrünten Dachfläche bietet das Areal Raum für Entspannung und Begegnung. In der Nähe befindet sich das STROPAS Musikinstitut, das mit seinen praxisorientierten Studiengängen die kulturelle Vielfalt des Viertels unterstreicht. Auch die Berufsfachschule für Schauspiel und ein Fotostudio haben hier ihren Platz – ein Zeichen dafür, dass der Grüne Bunker nicht nur Natur, sondern auch Kreativität und Gemeinschaft fördert.
Als Stadtnatur-Projekt setzt der Dachgarten ein Statement für nachhaltiges Bauen. Er beweist, dass selbst massive Betonstrukturen durch intelligente Begrünung zu grünen Lungen werden können – und das ganz ohne aufwendige Technik. Wer hier vorbeikommt, erlebt eine Oase der Ruhe mitten im pulsierenden St. Pauli, wo Geschichte, Ökologie und urbanes Leben harmonieren.