Denkmal/Gedenkstätte

Infotafel Grootsee

Märkerweg, 22457 Eimsbüttel

Highlights

  • Die Infotafel am Grootsee erklärt die historische Torfgewinnung im Ohmoor und den 1918 eröffneten Moorbad-Betrieb durch Wilhelm Kossmann.
  • Der See diente als Schwimmbad mit flachem Insel-Bassin und 1,20 m tiefem Übungsbecken, bis der Wasserspiegel durch Bebauung sank.
  • 1981 entstand ein Spielplatz; heute erinnert die Tafel an die Verbindung von Moorlandschaft, Badebetrieb und städtischer Entwicklung.

Tipps

  • Die Infotafel informiert über die historische Nutzung des Grootsee als Torfmoor und Badebetrieb seit 1918 durch Wilhelm Kossmann.
  • Der ursprüngliche Badebetrieb umfasste ein flaches Insel-Bassin für Kinder sowie ein tieferes Schwimmbecken für Einsteiger.
  • Die Parkanlage zeigt heute Spuren der städtischen Umgestaltung der 1980er Jahre mit Spielplatz und barrierefreien Wegen.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Kulturdenkmal Infotafel Grootsee Eimsbüttel

Die Infotafel Grootsee in Eimsbüttel informiert über eine faszinierende historische Stätte, die tief in der lokalen Kultur und Landschaftsgeschichte verwurzelt ist. Der Grootsee, ursprünglich Teil des ausgedehnten Ohmoors, war über Jahrhunderte ein wichtiger Torfgewinnungsbereich, dessen Rohstoff nicht nur für die Region, sondern auch für entlegene Gemeinden genutzt wurde. Die Moorlandschaft prägte jahrhundertelang das Bild des heutigen Eimsbüttels – bis sie im frühen 20. Jahrhundert einer neuen Nutzung zugeführt wurde.

Ein Meilenstein in der Geschichte des Ortes war die Eröffnung des Moorbad Grootsee durch den Hamburger Wilhelm Kossmann. Auf etwa zwei Hektar des Ohmoors richtete er 1918 ein Bad ein, das mit seinen spezifischen Angeboten auf die Bedürfnisse der Gäste einging. Neben einem flachen, kindgerechten „Insel-Bassin“ zum Plantschen gab es ein tieferes Becken (1,20 Meter), das ideal zum Schwimmen lernte. Das eigentliche Highlight war das Torfschlammbecken im „Ententeich“, das die heilende Wirkung des Moorbads unterstrich. Die Anlage war ein beliebter Ausflugsort in den 1920er Jahren und spiegelte den Trend zu gesundheitsfördernden Naturerlebnissen wider.

Die Entwicklung des Umlandes veränderte jedoch das Schicksal des Grootsees. Ab den 1960er Jahren entstand mit Niendorf-Nord ein moderner Stadtteil, der durch Kultivierung und Entwässerung des Moorgebiets entstand. Der sinkende Wasserspiegel machte eine weitere Nutzung des Badebetriebs unwirtschaftlich. Dennoch blieb die Erinnerung an die Vergangenheit lebendig: 1981 übernahm die Stadt die Trägerschaft und richtete einen Kinderspielplatz ein, der seither immer wieder modernisiert wurde. Neue Wege, Liegeflächen und Spielmöglichkeiten entstanden, die den Grootsee zu einem Ort der Erholung für Familien machten.

Die Geschichte des Grootsees ist eng mit dem Schicksal der Familie Kossmann verbunden, die im Norden des ursprünglichen Grundstücks in einem alten Holzhaus lebte. Dieses Haus, ein Relikt der frühen Badetradition, brannte Ende 2017 ab und nahm viele Erinnerungsstücke mit sich. Die Transformation von dörflichen Strukturen zu modernen Wohngebieten – wie sie etwa am Niendorfer Marktplatz mit seiner Barockkirche sichtbar wird – zeigt, wie sich das Gesicht Eimsbüttels im 20. Jahrhundert wandelte.

Die Infotafel selbst wurde durch die Bezirksversammlung Eimsbüttel gefördert und vom Forum Kollau – einem Verein für die Geschichte von Lokstedt, Niendorf und Schnelsen – errichtet. Initiiert wurde der Verein von Michael Krause, der mit seinem Engagement die lokale Historie bewahren wollte. Die Tafel erzählt nicht nur von einem verschwundenen Badebetrieb, sondern auch von der Wechselwirkung zwischen Natur, Wirtschaft und urbaner Entwicklung in Eimsbüttel. Sie lädt dazu ein, die Spuren der Vergangenheit inmitten des heutigen Stadtbildes zu entdecken.

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