Denkmal/Gedenkstätte

Platz der Jüdischen Deportierten

Edmund-Siemers-Allee, 20146 Hamburg

Tipps

  • Der Platz der Jüdischen Deportierten in Hamburg erinnert mit einem Mahnmal an die Opfer der NS-Deportationen aus der Stadt.
  • Unscheinbar gelegen, laden einfache Schilder zur Auseinandersetzung mit der dunklen Geschichte ein.
  • Die Gedenkstätte liegt direkt an der ehemaligen Sammelstelle der Deportationen und vermittelt durch kurze Texttafeln historische Einblicke.

Eigenschaften

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Über Platz der Jüdischen Deportierten

Der Platz der Jüdischen Deportierten in Hamburg erinnert an die Opfer der nationalsozialistischen Deportationen von Jüdinnen und Juden aus der Stadt und ihrem Umland. Das Gedenkmal wurde 1983 eingeweiht und wurde vom Bildhauer Ulrich Rückriem entworfen. Es besteht aus einem über vier Meter hohen Granitblock, der in sieben Teile zerlegt und anschließend wieder zusammengesetzt wurde. Diese Anordnung soll an die Klagemauer in Jerusalem erinnern. Auffallend ist, dass der Block keine Inschrift trägt. Die ursprüngliche Gestaltung des Mahnmals wurde später um erläuternde Hinweisschilder ergänzt, die im Jahr 1989 im Rahmen des „Schwarze Tafeln“-Programms der Stadt aufgestellt wurden.

Historisch markiert der Platz einen zentralen Ort der Deportationen, die im Jahr 1941 begannen. Die Sammelstelle befand sich im ehemaligen Logenhaus der Johannislogen an der Moorweidenstraße. Von dort wurden die Menschen auf die Moorweide gebracht, bevor sie in Richtung Hannoverscher Bahnhof weitergeleitet wurden. Insgesamt fanden 17 Deportationen aus Hamburg statt, darunter Transporte in das Vernichtungslager Auschwitz. Neben der Moorweide wurden im Laufe der Zeit weitere Sammelstellen genutzt, darunter Schulen und Gemeindehäuser in verschiedenen Stadtteilen.

Die Gestaltung des Gedenkplatzes folgt einer reduzierten, aber symbolträchtigen Formensprache. Die senkrechten und waagerechten Linien im Granitkörper verdeutlichen die Teilung und Verletzung, die mit den Deportationen einherging. Die monumentale, dennoch schlichte Erscheinung lädt zur Reflexion ein. Fotografien von nur drei Überlebenden zeugen von den Ereignissen der ersten Deportationstage im Jahr 1941. Sie zeigen das ehemalige Logenhaus, an dem mehr als tausend Jüdinnen und Juden erfasst und beraubt wurden, bevor sie in den Tod geschickt wurden.

Der Platz der Jüdischen Deportierten steht für die Erinnerung an eine der dunkelsten Kapitel der Hamburger Geschichte. Die schlichte Gestaltung des Mahnmals und die wenigen zusätzlichen Informationen vor Ort verlangen von Besucherinnen und Besuchern die Auseinandersetzung mit der Geschichte. Die wenigen Bewertungen zeigen, dass der Ort als Mahnmal wahrgenommen wird, das sowohl Trauer als auch die Verpflichtung zum Gedenken ausdrückt. Zugleich wird kritisiert, dass die Aufarbeitung der Geschichte und die öffentliche Wahrnehmung des Ortes mehr Respekt und Aufmerksamkeit verdient hätten.

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