Denkmal/Gedenkstätte

Eickesches Haus

Marktstraße 15, 37574 Einbeck

Highlights

  • Das Eickesche Haus in Einbeck ist ein über 400 Jahre altes Fachwerkgebäude mit außergewöhnlichen Holzschnitzereien.
  • Es wurde 2001 durch bürgerschaftliches Engagement gerettet und beherbergt heute eine Tourist-Information.
  • Das Gebäude zählt seit 2001 zu den Baudenkmalen und zeigt eine einzigartige Renaissance-Dekoration mit über 200 figürlichen Schnitzereien.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Eickesches Haus

Das Eickesche Haus in Einbeck zählt zu den bedeutendsten Zeugnissen der norddeutschen Fachwerkkunst und verkörpert den kulturellen Reichtum der Region. Mehr als 400 Jahre alt, steht das Gebäude in der Marktsstraße und zählt heute zu den Baudenkmälern von nationaler Bedeutung. Die auffällige Fassadengestaltung mit über 200 figürlichen Holzschnitzereien macht es zu einem architektonischen Juwel der Spätrenaissance. Die detaillierte Ausschmückung spiegelt die Bildungsideale und Weltanschauung der damaligen Zeit wider und zeigt Motive aus der Mythologie, christlicher Ikonographie sowie der Renaissance-Bildungstradition.

Das Gebäude hat mehrere historische Krisen überstanden, darunter Kriege, Brände und Jahrzehnte des baufälligen Verfalls. Der ursprüngliche Erbauer ist nicht bekannt, jedoch wird vermutet, dass es sich um einen wohlhabenden Kaufmann handelte. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte das Haus mehrfach den Besitzer. Bekannt wurde es unter Hermann Eicke, einem Woll- und Kurzwarenhändler, der es von 1877 an als Geschäftslokal nutzte. Erst in den frühen 2000er Jahren gelang durch bürgerschaftliches Engagement und gezielte Restaurierung die Rettung des Gebäudes. Eine eigens gegründete Stiftung sammelte Spenden und initiierte die umfassenden Sanierungsarbeiten, die denkmalpflegerischen Anforderungen entsprachen und gleichzeitig eine zeitgemäße Nutzung ermöglichten.

Die kunstvolle Zierschnitzerei an den Brüstungstafeln zeigt eine beeindruckende Vielfalt an Motiven, darunter Planetengottheiten, die sieben freien Künste, allegorische Figuren und Szenen aus dem menschlichen Wissenskanon der Renaissance. Die Figuren sind mit großer Detailgenauigkeit gearbeitet und zeugen von hohem handwerklichem Können. Besonders bemerkenswert sind die als römische Krieger verkleideten Atlanten an der nordwestlichen Ecke, die symbolisch das Gewicht des Hauses tragen. Diese bildhauerische Qualität und die räumliche Tiefe der Darstellungen machen die Fassade zu einem eindrucksvollen Zeugnis vergangener Epochen.

Heute beherbergt das Eickesche Haus eine Tourist-Information. Es dient damit einer öffentlichen Funktion, bleibt aber gleichzeitig ein Ort von hohem kulturhistorischem Wert. Die Restaurierung brachte zahlreiche neue Erkenntnisse über Bautechniken, Materialien und die Baugeschichte des Hauses. Die Kombination aus historischem Raumgefüge, originaler Fachwerkkonstruktion und kunstvoller Ausschmückung macht das Gebäude zu einem wichtigen Kulturdenkmal im Landkreis Northeim. Es steht exemplarisch für gelungenen Denkmalschutz und bürgerschaftliches Engagement, das den Erhalt von Kulturgut ermöglicht.

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