Bethlehem-Kirche
Highlights
- Die Georgenkirche in Eisenach ist die Taufkirche Johann Sebastian Bachs und wurde 1515 zur spätgotischen Hallenkirche umgebaut.
- Martin Luther predigte hier 1521, kurz vor seiner Wartburg-Entführung.
- 1221 heiratete Elisabeth von Thüringen in dieser Kirche, die heute eine zentrale Bedeutung in der Reformationsgeschichte hat.
Tipps
- Die Georgenkirche ist täglich geöffnet, jedoch mit eingeschränkten Öffnungszeiten – Sommer: 10-12.30 und 14-17 Uhr, Winter: 10-12 und 14-16 Uhr.
- Sonntags sind Besuche nur außerhalb der Gottesdienstzeiten um 10 Uhr möglich.
- Vor Ort gibt es Einschränkungen bei der Zugänglichkeit des Innenraums, insbesondere über Mittag.
Eigenschaften
Über Bethlehem-Kirche
Die Bethlehem-Kirche in Eisenach, genauer bekannt als Georgenkirche, ist die größte evangelische Kirche der Stadt und zählt zu den bedeutendsten Sakralbauten der Region. Sie steht an der Südseite des Eisenacher Marktplatzes und prägt seit Jahrhunderten das Stadtbild. Ihre besondere historische Bedeutung ergibt sich unter anderem daraus, dass sie die Taufkirche Johann Sebastian Bachs ist. Der Komponist wurde hier am 23. März 1685 getauft, was der Kirche bis heute eine überregionale Bekanntheit sichert. Auch Martin Luther hat hier gewirkt – als Kurrendesänger während seiner Schulzeit und später als Prediger, unter anderem kurz vor seiner Aufnahme auf die Wartburg.
Die Geschichte der Georgenkirche reicht weit zurück. Ursprünglich im 12. Jahrhundert gegründet, wurde sie im Jahr 1515 zu einer spätgotischen Hallenkirche umgebaut. In dieser Kirche fand auch die Trauung von Elisabeth von Thüringen und Landgraf Ludwig IV. statt. Im Zuge verschiedener historischer Umbrüche, etwa während des Bauernkriegs Anfang des 16. Jahrhunderts, wurde das Gotteshaus mehrere Jahrzehnte lang nicht genutzt. 1561 erfolgte ihre Weihe als eine der ersten protestantischen Predigtkirchen, die den lutherischen Idealen folgte. Der heutige Kirchturm stammt aus dem Jahr 1902 und vereint das Geläut, das zuvor im benachbarten Glockenturm in der Domstraße untergebracht war.
In der Georgenkirche fanden im Laufe der Geschichte zahlreiche bedeutende Ereignisse statt. So diente sie 1923 als Tagungsort für die Gründung des Lutherischen Weltkonvents, aus dem später der Lutherische Weltbund herverging. Auch 1948 wurden hier wichtige Beschlüsse zur Verfassung der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland gefasst. Während der friedlichen Revolution 1989 wurden in der Kirche Friedensgebete abgehalten, an denen tausende Menschen teilnahmen. Auch in jüngerer Zeit wurde die Kirche mehrfach saniert und umgebaut, zuletzt von 2012 bis 2014. Dabei wurden unter anderem alttestamentliche Bibelworte an den Emporen wieder angebracht, die zuvor während der NS-Zeit entfernt worden waren.
Die Georgenkirche ist nicht nur ein Ort der religiösen und kulturellen Bedeutung, sondern auch ein beliebtes Ausflugsziel für Interessierte der Kirchenarchitektur und der deutschen Geschichte. Obwohl sie von außen beeindruckend wirkt, wird sie von manchen Besuchern als im Inneren eher schlicht empfunden. Dennoch zieht sie mit ihrer reichen Vergangenheit und ihren kulturellen Bezügen viele Touristen an. Die Öffnungszeiten sind etwas ungewöhnlich, was von Besuchern gelegentlich kritisiert wird. Dennoch bleibt die Kirche ein zentraler Anlaufpunkt für alle, die sich für Sakralbaukunst, Kirchengeschichte oder die Spuren der Reformationsgeschichte interessieren.