Stedtfelder Schloss
Highlights
- Das Stedtfelder Schloss wurde 1667 als Ersatz für ein Kriegsschloss erbaut.
- Heute beherbergt es Wohnungen, ein Museum und das Büro des Ortsteilbürgermeisters.
- Das Schloss verfügt über historische Wandgemälde und einen achteckigen Turm.
Tipps
- Das Schloss beherbergt ein Ortsmuseum mit historischen Wandgemälden und Deckenmalereien aus dem 18. und 19. Jahrhundert.
- Im repräsentativen Saal befindet sich eine kunstvolle Panoramatapete mit Darstellungen der Schlossumgebung aus dem 18. Jahrhundert.
- Das Gebäude dient heute neben Wohnzwecken auch als Büro des Ortsteilbürgermeisters und ist teilweise öffentlich zugänglich.
Eigenschaften
Über Stedtfelder Schloss
Das Stedtfelder Schloss befindet sich im Ortsteil Stedtfeld der thüringischen Stadt Eisenach und zählt heute zu den bemerkenswerten Kulturdenkmälern der Region. Ursprünglich als Herrenhaus eines Gutshofes errichtet, entstand das Gebäude im 17. Jahrhundert als Ersatz für ein während des Dreißigjährigen Krieges zerstörtes Wasserschloss. Es diente über Jahrhunderte hinweg als Wohnsitz der Familie von Boyneburgk, bis es nach 1945 enteignet und zunächst als Unterkunft für Flüchtlinge genutzt wurde. Später wurde das Gebäude in mehrere Wohnungen unterteilt und beherbergte zudem das Büro des Ortsteilbürgermeisters sowie ein kleines Ortsmuseum.
Das dreistöckige Fachwerkgebäude mit Verputzfassade und Krüppelwalmdach präsentiert sich architektonisch bemerkenswert. Ein auffälliges Element ist der achteckige Turm an der Südwestecke mit spitzer Turmhaube. Im Inneren des Schlosses befinden sich eine tonnengewölbte Kelleranlage sowie eine steinerne Wendeltreppe. An den Wänden des Treppenhauses sind historische Adelswappen angebracht, von denen einige nach 1946 auf Anordnung der sowjetischen Besatzer entfernt wurden. Auch die Wappen an der Außenfassade wurden damals beseitigt.
Ein kulturhistorisches Highlight des Schlosses ist der repräsentative Saal im ersten Obergeschoss, dessen Wände mit Wandgemälden und Deckenmalereien aus dem 18. und 19. Jahrhundert geschmückt sind. Besonders erwähnenswert ist das um 1755 von dem Maler I. E. Schuchmann geschaffene Panorama, das den Blick von der Schlossumgebung bis zur Wartburg zeigt. Daneben sind Szenen des ländlichen Lebens jener Zeit wie der Tanz unter der Linde oder Jagdmotive zu sehen. Die Restaurierung dieses Werkes begann in den 1990er Jahren, blieb jedoch bis 2017 unvollendet. Ein Großteil der ursprünglichen Innenausstattung, darunter wertvolle Möbel und eine Porzellansammlung, ging nach der Enteignung verloren.
Der Schlosshof beherbergte einst einen Rokokobrunnen aus dem Jahr 1754, geschmückt mit Ornamenten, Wappen und Skulpturen. Einige der historischen Wirtschaftsgebäude des zugehörigen Gutshofs wurden in den 1990er Jahren abgebrochen, ebenso wie das nördlich gelegene Hintere Schloss. Anfang 2022 erfolgte die vollständige Abrissung der verbliebenen Nebengebäude aufgrund ihres baulichen Zustands. Im Jahr 2026 wurde das Schloss von einem Hamburger Verleger erworben, der bereits andere denkmalgeschützte Gebäude in Thüringen besitzt. Unter seiner Trägerschaft wurde eine gemeinnützige Gesellschaft gegründet, die die Sanierung des Schlosses vorantreiben und künftig für die Öffentlichkeit erschließen soll.